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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-03-01 · Heft 3 (1.3.1896) · p. Seite 64

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 3 (1.3.1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 64 (sequence 16)
Language
German
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64 „Die Unterdrücker und Verfolger sind selbst schuld daran, daß die „verachtetete Nation der Juden heute allen anderen Rassen geistig überlegen „ist. Jene haben durch ihr grausames Verhalten gegen die Kinder Israels „die natürliche Zuchtwahl im harten Kampf nm's Dasein verschärft. Im „schweren Ringen und unter Verfolgungen aller Art sind unter den zer- „streuten Nachkommen Jakobs vorweg die ungünstigst ausgestat- „teten, die einfältigsten Individuen ausgejätet worden, indem sie „jederzeit vom Gedeihen unter solch prekären Verhältnissen ausgeschlossen, kurz- „weg ohne Nachkommen blieben. Ich wüßte kein frappanteres Beispiel aus der „Menschheitsgeschichte, das einläßlicher vor einer systematischen Unterdrückung „ganzer Volksklassen warnte, als es hier der Fall ist. Wer gerecht urteilen „will, muß sich gestehen, daß die Überlegenheit der Juden von heut genau „das ist, was kommen mußte." So weit Dodel, der ein Christ ist. Wie ich Eingangs erwähnt habe, setze ich gewisse elementare Kenntnisse des Darwinismus zum besseren Verständnis des Vortragsauszuges voraus. Er ist aber wie ein Fingerzeig für die Juden, daß sie von keiner Orthodoxie, auch nicht von der ihrigen, sondern nur von der Wissenschaft und der Humanität Heil zn erwarten haben. Salomon Levy. Wonatsschau. Herr Geh. Rat Professor Lazarus ist von der Akademie der Wissenschaften in Petersburg zum korrespondierenden Mitgliede ernannt worden. — No. 41 der „Mitteilungen vom Deutsch-israelitischen Gemeindebunde" ist erschienen. Dieselbe enthält den Bericht und das ausführliche Protokoll über die Verhandlungen des Verbandes jüdischer Lehrervereine im Deutschen Reiche, und einen Aufruf zur Bildung von Provinzialverbänden des D.-J. G.-B., der auch die Mitteilung enthält, daß noch in diesem Jahre ein Gemeindetag stattfinden soll. — Herr Dr. Moritz Kirschstein feierte am 10. Januar seinen 70. Geburtstag. Seit 28 Jahren Direktor der ersten Religionsschule der Berliner jüdischen Gemeinde, hat er an dem geistigen Leben seiner Zeit stets den regsten Anteil genommen. — In Potsdam feierte Herr Rabbiner Dr. Tobias Kohn seinen 70. Geburtstag. — Im hohen Greifenalter hat sich der Nestor der elsässischen Rabbiner, Herr Dreysns aus Zabern, Vater des Oberrabbiners der Stadt Paris, nach langjähriger, gesegneter Wirksamkeit in den wohlverdienten Ruhestand versetzen lassen. — In Frankfurt a.M. starb am 13. Januar der durch seine Wohlthätigkeit weit über die Grenzen dieser Stadtbekannte Herr Selig Goldschmidt. Im Verlage von I. Kauffmann sind Gedenkblätter an ihn mit dessen wohlgelungenen Bilde erschienen. — Für den jüngst verstor-

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