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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-03-01 · Heft 3 (1.3.1896) · p. Seite 52

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 3 (1.3.1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 den der Mensch hier zu wandeln hat, ihm gerade so viel Licht beschieden sei, als er zu den nächsten Schritten, die er zu thun hat, gebrauche, giebt er in klarer und bestimmter Weise ein Bild des damaligen Zustandes seiner Glaubensgenossen, entwirft einen deutlichen Plan der Erziehungsideale und erwartet von der fortschreitenden Toleranz eine wesentliche Besserung der inneren und äußeren Verhältnisse der Israeliten. Er selbst will dazu durch Gründung und Herausgabe der „Sulamith" beitragen, und auch anderen Israeliten Gelegenheit bieten, ihre Gedanken zum Wohle der Juden an einem bestimmten Vereinigungsplatze Mitteilen zu können. „.... Von dem reinen Eifer für's Gute und Gemeinnützige beseelt, von dem heilbringenden Nutzen also fest überzeugt, welchen die Verbreitung vernünftiger Ideen und Grundsätze mittelst einer Zeitschrift, die von einer jeden Klasse unter den Juden mit Interesse gelesen werden kann, durchaus und auf alle Fälle Hervorbringen kann und muß, entschloß ich mich in Verbindung mit edlen Männern, eine Zeitschrift, „Sulamith", anzukündigen, indem ich den Geist meiner Glaubensgenossen genau kenne und weiß, daß, wenn talentvolle Männer ihre Meinung belehrend und schonend durch dieselbe mitteilen, das gute vorgesteckte Ziel ohne Zweifel, wenigstens mit der Zeit gewiß erreicht werden kann und wird." „Es ist schon ein großer Gewinn, wenn es ein Publikum giebt, das belehrt sein will, alsdann kann es nicht ausbleiben, daß derjenige Teil desselben, welcher der Belehrung wirklich bedarf, manches Fehlerhafte zu verbessern, manches Mangelhafte zu ergänzen gewiß suchen wird. Herzlich würde ich mich freuen, schreibt Fränkel weiter, wenn mein inniger Wunsch zur Beförderung des Guten unter der jüdischen Nation nach Sammlungen gehaltvoller und belehrender Aufsätze edeldenkender Gelehrten und Menschenfreunde, auch nur einigermaßen realisiert würde. Eine hinlängliche Schadloshaltung für meine Mühe, Anstrengung und Geldkosten zur Erreichung dieses Zieles würde es in der That für mich sein, indem ich wahrlich kein anderes Interesse kenne, als dasjenige, welches dem Menschen wichtig sein muß: nämlich das Gute, so viel als möglich, in der Sphäre, worin er nützlich zu sein glaubt, aus allen Kräften immerfort zu befördern." Mit vollem Rechte konnte er noch hinzufügen: „Die Herausgabe dieser Zeitschrift geschieht, wie jeder, der mich kennt, eingestehen wird, gewiß nicht aus dem Grunde eines eigenen persönlichen Nutzens, indem jede meiner zeitherigen Unternehmungen solcher Art immer noch obendrein mit bedeutenden Geldkosten verknüpft waren und ich überhaupt hier um so weniger auf irgend einen Vorteil für mich rechnen kann und werde, da ich einer solchen Nahrungsquelle nicht bedarf, und übrigens auch von Egoismus und Selbstgefälligkeit weit entfernt bin, um etwa in der litterarischen Welt irgend eine Rolle spielen zu wollen. Ich überlasse dieses talentvolleren, klassischen Schriftstellern , die mit Recht darauf Anspruch machen können, und würde mich bloß begnügen, in meinem Wirkungskreise durch diese

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