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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-03-01 · Heft 3 (1.3.1896) · p. Seite 51

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 3 (1.3.1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 sah Mendelssohn seine Pläne von seinen Königsberger Freunden wieder zur Wirklichkeit werden, welche im „Meassaf" (Der Sammler) durch gediegene Aufsätze Aufklärung und Bildung unter den Israeliten zu fördern suchten. Ausgezeichnete Kräfte arbeiteten am „Sammler" mit, so z. B. Euchel, Wessely, M. Bresselau, S. Löwe, A. Wolfsohn, welche alle vortreffliche Abhandlungen lieferten. Mendelssohn, dessen Bildnis den ersten Jahrgang ziert, begünstigte das Unternehmen; „Freudig verband sich der bereits Betagte mit den Jünglingen, der Meister mit den Anfängern" (Grätz). Nur einige Jahre hatte der „Meassaf" Bestand; dann hörte er aus Mangel an Teilnahme auf. Naturgemäß mußte er ja auch nur einen kleinen Leserkreis haben; auch die spätere neue Folge in Breslau, Altona und Dessau hatte keinen langen Bestand. Eine deutsche Zeitschrift aber zur Verbreitung hellerer Ansichten unter den Juden zu gründen, war zuerst Fränkels Idee, der sie seinem Freunde, dem Lehrer und Prediger I. I. Wolf mitteilte und ihn zur Mitarbeit aufforderte. So erschien denn im Juli 1806 das erste Heft der „Sulamith", eine Zeitschrift zur Beförderung der Kultur und Humanität unter der jüdischen Nation. Herausgegeben von D. Fränkel und Wolf. Der Prediger Wolf ließ sich in der Einleitung „über den Inhalt, Titel und Zweck der Zeitschrift" vernehmen: „....Sulamith will Ehrerbietung gegen die Religion, d. h. gegen diejenigen Wahrheiten, welche des Mannes allein würdig sind, bei der Nation erwecken; sie will das dringende Bedürfnis, religiöse Empfindungen und Vorstellungen zu fühlen, von Neuem beleben; sie will aber auch die Wahrheit zeigen, daß die Begriffe und Sätze, die in der jüdischen. Religion enthalten sind, weder den einzelnen Menschen, noch der bürgerlichen Gesellschaft im Mindesten schädlich sind.Sulamith will endlich das Wahre vom Falschen, das Wirkliche vom Täuschenden, das Nützliche vom Verderblichen weislich sondern, und die Nation in ihrem eigenen Selbst aufklären... Still und friedlich will die Sulamith ihr Werk beginnen und stets ihrem Zwecke getreu bleiben, dem einzigen Zwecke: Entwicklung der intensiven Bildungsfähigkeit der Juden, um sie für das Gute, dessen sich unser Zeitalter zu erfreuen hat, ganz empfänglich zu machen, damit auch die Kinder Israel an das erhabene Denkmal, das die Geschichte den erleuchteten Regenten unserer Zeit errichtet, hintreten können, um die Inschrift darauf zu graben: Euch weihen wir unsere Herzen, Euch, die ihr vom Geiste der Humanität und Liberalität belebt, einem gebeugtem Volke seine verlorenen Rechte wieder erteilt!" — Der zweite Aufsatz in der „Sulamith" eiitstammt Fränkels Feder: „Vorläufige Bemerkungen über die zweckmäßigsten Mittel zur Beförderung der Kultur und Humanität unter der jüdischen Nation." Kultur und Humanität waren ja die Stichworte der damaligen Zeit. Ausgehend von Mendelssohns Wort, daß auf dem dunklen Pfade,

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