Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1896)
- Date
- 1896-02-01
- Page
- Seite 44 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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44 ruft das Vergaüg'ne stets zurück. Bekehre Dein Herz zum Heiland und mehre in Stille den Schatz der Erfahrungen. Deines Volkes Glück ist Leiden! Werde mein und lerne kennen Freuden! christliche Freuden! Am 28. Mai 1792 schreibt Rahel Löwenstein an Beethoven: „Heute, und nie mehr, schreibe ich. Ihr tadelt mein Volk, Ihr lobt wen?-Segen und reichen Gewinn haben die Leiden unserer Väter kommenden Enkeln gebracht. Kein Volk steht so fest wie Israel. Was nachdenkend Israels Geist im Laufe der Zeit hat ersonnen, nützt ihr, die Späteren, ohne Verehrung und Dank! Wir haben auf zerbrechlichem Holz tobenden Stürmen getrotzt, und mit heiliger Ehrfurcht betrachten wir der Vergangenheit Nacht. Seh' ich in's Antlitz meines Vaters, so sehe ich die ganzen hohen Gestalten Israels. Eures Volkes Herz, voll arger Entwürfe, hat die Besten meines Volkes dem Verderben geweiht. Ihr habt mit heiligem Mund Sprüche gelehrt. Kläglich sind sie gefallen, verfolgt von Quälern und Mördern! Einst nach lang entschwundener Zeit werden Eure Enkel das Unrecht erkennen, und Israels verstümmeltes Leben frei lassen! Eure Priester sogar, die Geweihten des Herrn, haben ihr Saitenspiel durch Lügen entehrt. Nicht der Würdigen in Israel achteten sie, nicht die Besseren vermochten sie zu ehren. Geifernd erhoben sie im Namen des Himmels ein Gezeter — und wollten unser Volk belehren und bekehren! Wohl buhlten Viele vom Hause Israels um der Gewaltigen Gunst. Daher sind sie für Israel verloren und von Israel verachtet! Verlaßt mich, lieber Fremdling, verlaßt mich! Darum bitte ich Euch! Verfolgt mich mit Eurer Liebe nicht mehr! Jst's Vorgefühl von Schwachheit und Angst, was mich so verwandelt, Euch zu bitten, fern zu bleiben? Mächte des Himmels! Mein Vater sollte wissen, was ich gethan! Erbarmt Euch mein — und macht nicht sorgenvoller mein banges Leben". Am 3. Juni 1792, schreibt Beethoven an Rahel Löwenstein: „Rahel, Du Holde! Ich und Du — wir Kinder! O, lebe wohl, lebe wohl! Wir können uns nicht besitzen! Nimin Dir mein letztes Berschen zu Herzen: Geh' mit Deinem kranken Herzen Mutig aus Dir selbst heraus. Komm, und blute Deine Schmerzen Am Altar des Herrn aus. Aeserate und Mitteilungen. Aus Heinrich Heine's Ahnensaal. Von Prof. Dr. David Kaufmann. Breslau S- Schottländer 1896. Das vorliegende umfangreiche Werk ist die Frucht einer mehr als neunjährigen emsigen Arbeit, einer genauen Quellenforschung des bekannten Budapester Genealogen und Historikers. Kaufmann bringt darin