Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1896)
- Date
- 1896-02-01
- Page
- Seite 42 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 — die Zukunft. Solche Worte Hut man auf deutschen Rabbinerversammluugen schon seit 25 Jahren nicht gehört. Das progressive Element ist vorhanden, aber ihm fehlt die Organisation und in vielen Fällen leider auch der Mut, der für orthodoxe Kundgebungen leicht zu haben ist. Ein großer Übelstand ist es auch, daß in liberalen Gemeinden jener Eifer fehlt, den-man in orthodoxen Gemeinden findet und den, wie es scheint, der Führer des westfälischen Gemeindebundes, Herr Katzenstein in Bielefeld, besitzt. Der Grundgedanke des Reformjudentums, die Aufgabe aller nationalen Hoffnungen und die Auffassung des Gesetzes als eines Mittels zur religiösen Erziehung werden von den gebildeten Jllden auf dem ganzen Erdball geteilt, einige Sonderlinge ausgenommen. Nur die Gedankenlosigkeit der Massen erhält die Orthodoxie im Besitze ihrer officiellen Gewalt. — Die „Jewish Publicatidn Society" veröffentlicht ein Preisausschreiben für die beste Jugendschrift, die ein jüdisches Thema behandeln muß. Dieselbe darf nicht unter 20000 und nicht über 30000 Worte zählen. Der Preis der ausgesetzt ist, beträgt 1000 Doll., gleich 4200 Mark. — Wie der „Jewish Exponent" in Philadelphia meldet, wird in Doyleston, eine Stunde von Philadelphia, auf Anregung des Rabbiners Josef Krauskopf eine Musterfarm für die jüdische Jugend errichtet werden. Die Kosten belaufen sich auf 100 000 Francs, wovon die Hälfte bereits durch Subskription gedeckt ist. — Die Gemeinde Israel’s Hope in New- Aork hat Sonntagsgottesdienst eingeführt. Ihr Rabbiner ist Herr Dr. Adolph Radin. Auch Herr Rabbiner A. Norden in Chicago hat Sonntagsgottesdienst begonnen. Desgleichen wird die neugegründete Gemeinde Isaiah-Temple in Chicago Sonntagsgottesdienst abhalten. Sonst giebt es in Chicago vier, in New- Iork zwei Gemeinden mit Sonntagsgottesdienst. — Die Gemeinde Temple Israel in New-Aork, welche bisher ihren Mitgliedern das Aufbehalten der Kopfbedeckung freigestelt hat, will jetzt die Abnahme der Kopfbedeckung beim Gottesdienste obligatorisch machen. Theater, Musik und bildende Kunst. Beethoven und Rahel Löwenstein. Am 17. Dezember 1895 sind 125 Jahre verflossen, seitdem Beethoven in Bonn das Licht der Welt erblickte. Eine lange Zeit schwebte der Steit, wer die Erkorene des gewaltigen Tonmeisters gewesen sei. Es wurde erzählt, daß man zuerst die schöne Gräfin Giulietta Guic- »ciardi für diejenige gehalten habe, an welche die auf der Königlichen Bibliothek zu Berlin im Autograph vorhandenen Liebesbriefe gerichtet sein mögen. Neuerdings wird behauptet, es könne nur die Gräfin Therese von Brunswick aus Ungarn gewesen sein. Nur Wenigen dürfte aber bekannt sein, daß Beethoven