Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1896)
- Date
- 1896-02-01
- Page
- Seite 41 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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41 waren er und seine Brüder Agenten des Hauses Rothschild für Australien. König Wilhelm IV. ehrte ihn, indem er ihn zum Kommissär für die Kolonisierung der Kolonie Viktoria ernannte. Sein Interesse hing sein Leben lang an Australien. Jakob Montefiore hatte auch tiefes Interesse an wissenschaftlichen Dingen. Die geographische Gesellschaft nahm ihn als Mitglied auf. Für die Armen hat er viel gethan. — In London wurde der Grundstein zu einer neuen portugiesischen Synagoge gelegt. — Am 7. Dezember hielt Mr. Theophil G. Pinches vom Britischen Museum in der „Jewish College Literary Society" einen sehr interessanten Vortrag.über „Streiflichter aus babylonischen und assyrischen Bibliotheken auf die jüdische Geschichte". — Aus dem italienischen Städtchen Pesaro, wo es heute keine Juden mehr giebt, kommt die Nachricht, daß man dort einen alten jüdischen Friedhof ausgegraben habe, von dessen Grabsteinen, die wahrscheinlich schon etliche Jahrhunderte alt sein dürften, mehrere noch gut erhalten sind. In einem der Gräber wurde auch eine Pergamentrolle mit hebräischen Schriftzeichen gefunden, die dem Hebraisten Herrn Emil Bitcrbo zur Entzifferung übergeben wurde. — Die jüdische Gemeinde in Turin hat kürzlich ihr neuerbautes Altersversorgungshaus eingeweiht, das eine wahre Zierde der Stadt genannt werden darf. — Im Verein „Reunion" in Zürich hielt Herr Oberrabbiner Prof. Dr. Wertheimer aus Genf einen Vortrag über die Fabel bei den Hebräern und Arabern. — In Zürich hielt Herr Gymnasiallehrer Wauner im „Verein freier Arbeiter" einen Vortrag über „Volkswirtschaftliches aus dem Gesetz und Leben Israels." — Aus Rußland berichtet man: Der Minister des Innern, Staatssekretair Iwan Dnrnowo, ist seines Amtes enthoben worden. In diesen kurzen Meldung liegt ein Ereignis, das für die Juden in Rußland von weiMhendster Bedeutung ist. Dnrnowo, der mit Recht der russisches Haman genannt wird, verfolgte mit größter Rücksichtslosigkeit die russischen Juden. — Herr Kallmauu Schnlmann, der bekannte, um die kulturelle Entwicklung der russischen Juden hochverdiente Schriftsteller, feierte am 17. Dezember sein 50 jähriges Schriftstellerjubiläum. In Wilna, dem Wohnsitz des greisen Jubilars hat sich ein Komite gebildet, das die Absicht hatte dem greisen Jubilar an seinem Jubeltage eine Ehrengabe zu überreichen, die ihm die Herausgabe seiner nicht gedruckten Werke ermöglichen sollte. Beiträge nimmt zu diesem Zwecke auch nachträglich Herr S. M. Gurland in Wilna entgegen. — Die „Deborah" schreibt: Der westfälische Gemeindebund, unseres' Wissens die einzige Organisation innerhalb des deutschen Judentums, welche offen für die Ideen der Reform eintritt, hielt am 6. Oktober in Bochum eine Versammlung ab, bei der Herr Dr. Vogelstein, Rabbiner in Stettin, dev' Verfasser des vom Gemeindebunde angenommenen Gebetbuches eine begeistert aufgenommene Ansprache hielt. Zu unserem Erstaunen lesen wir auch, daß der Rabbiner Samuel aus Essen erklärte, nur dem fortschrittlichen Judentum gehöre