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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-02-01 · Heft 2 (1.2.1896) · p. Seite 27

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 2 (1.2.1896)
Date
1896-02-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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■ t”- - -V*" ■» "'"'T ' ■" — 27 — der Religion des Geistes und des Herzens. Denn wahrlich nicht der Geist der Religiösität trennt uns Menschen von einander, sondern nur die äußere Form, — die Ceremonie, das Dogma, in welchem er so verschiedenartig zum Ausdrucke kömmt. Und derjenige Mensch, der ob solcher Formmannigfaltigkeit seinen Menschenbruder zu haßen fähig ist, hat wohl eine Konfession, eine Ceremonie, ein Dogma, aber keine echte Religiosität im Gemüte, — die ja nur lieben lehrt und segnen, alle diejenigen, dieim Ebenbildedes allliebenden Gottes geschaffensind. Und da meiner festen Überzeugung gemäß im Sinne des prophetischen Judentums das Gebot der Geistes- und Herzensreligion, welches die Menschen verbrüdert, mächtiger und berechtigter ist, wie, das Dognia, welches sie feindlich von einander entfernt, so flehe ich inbrünstig aus jüdisch religiösem Herzen zu unserem gemeinsamen Vater im Himmel und auf Erden, er möge an Ihnen und an Ihrem zu begründenden Familienleben den in seiner Thora enthaltenen Priestersegen in Erfüllung gehen lassen, der da lautet: „Gott segne und behüte Sie" vor religiöser Unduldsamkeit und religiösem Vorurteil; „Gott lasse Ihnen sein strahlend Antlitz leuchten und sei Ihnen wie allen seinen guten Erdenkindern stets gnädig;" „Gott wende Ihnen sein strahlend Antlitz zu und gebe Ihnen den Frieden im Gewissen," damit das Glück Ihres Herzensbundes nie gestört werde! Gebe Jhuen Kraft und Gesundheit im Kampfe um's Dasein für lange, lange Zeit. Amen.— Sind wir noch Juden? Von Dr. B. F e l s e n t h a l. (Fortsetzung.) Ich war schon einmal im Jahre 1887 veranlaßt, der Erörterung dieser Frage näher zu treten. lieber die Grenzen unserer Stadt und unseres Landes blickte ich hinaus, und da sah ich im Geiste Stammesgenossen in Arabien und Persien, in der Türkei und Marokko, in Rußland und in Polen, die religiös ganz anders als wir denken und leben, die den Himmel mit überirdischen persönlichen, gewissermaßen körperlichen Engeln, und die diese Erde und mehr noch die Unterwelt mit persönlichen, gewissermaßen körperlichen bösen Geistern bevölkern, und die noch unzählig viele andere abergläubische Ungeheuerlichkeiten in ihren Köpfen mit herumtragen, die teils unter dem Einfluß der soharistischen Mystik, teils unter der Herrschaft des Talmudismus und der rabbinischen Kasuistik stehen. Gewiß sind auch die Juden, ja sogar Juden zweiter und dritter Potenz, und Niemandem fällt es ein, sie aus dem Judentum hinatlswerfen zu wolle».

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