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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-01-01 · Heft 1 (1.1.1896) · p. Seite 10

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 1 (1.1.1896)
Date
1896-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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— 10; * dah?r denmächst. uns.noch mit der Gefahr zu beschäftigen, welche dem Judentum durch den freiwilligen Übertritt der Juden zum Christentum erwachsen könnte. Treue den großen Toten. Von Rabbiner Dr. F. Lazarus, Köln. Motto: Da stritten die Hirten Gernr's mit den Hirten Jsaks und sagten: unser ist das Wasser und er nannte den Namen dieses Brunnens Esek, weil sie um ihn gezankt hatten. Und sie gruben einen andern Brunnen und stritten auch unr diesen und er nannte seinen Namen Sitnah. (t. Mosis 26, 20 und 21.) Komm doch zu uns, komm doch zu uns Sulamith, rufen in dem Liede der Lieder, dem Hoheliede, die Töchter Jerusalems der treuen Hirten Sulamith zu. - Sulamith, sagen die alten Lehrer, ist Israel, das den Frieden liebt und. den Haß nicht kennen will, das das blutige Kriegsschwert nicht schwingt, wenn es ihm nicht gewaltsam zur Verteidigung in die Hand gedrückt wird, das seinen Gatt, der Frieden schafft, das seinen einstigen Erlöser den Friedensfürsten nennt, Israel ist ein Volk des Friedens, und weil es den Frieden nur Predigt, darüm spann es die Fäden, welche, die ganze gesittete Welt mit ihrem Gotte verknüpfen, darum lehrte und lehrt es alle Völker, mit Gott, sich selbst und. dev Menschheit in Liebe und Frieden zu leben, darum lehrt es sie mit einem Worte die Religion. Die beiden großen Religionen, die die Kulturvölker heute bekennen, sind aus dem Judentum hervorgegangen, ihre Sittenlehren sind zumeist Lehren des Judentllins. Sie sind die Töchter und das Judentum ihre Mutter. Aus seinem Schoße hat es sie hervorgebracht, sie, die Töchter Jerusalems. Komm zu uns, rufen die Töchter Jerusaleins Israel zu, wir wollen aus deiner Mitte „Fürsten und Minister, Staatsräte und Generäle" wählen?) Du sollst werden wie wir. Nur folge uns und verlasse deinen Glauben. Aber Sulamith-Jsrael ruft ihnen zu: niemals chreche ich meinein Gott die Treue und bräche mein Herz in Kummer und Jammer, in Armut und Elend, in Not und Tod. Was sind mir eure Geschenke, was mir alle die irdischen Güter, die ihr mir anbietet, alle Ehre und Titel, alle Schätze der Erde und aller schimmernde, gleißende Glanz. Was könntet ihr mir bieten, was nicht verblassen müßte vor dem Trost unseres Lebens, dem leuchtenden Himmelsgeschenk, der Gotteslehre. Das ist der Geist unserer Väter, der uns aus solcher Deutung der Worte des Hoheliedes der Liebe entgegentönt. Von solchem Heldengeist beseelt, kämpften sie in der langen finsteren Nacht des Religionskriege^) gegen eine ^Midrasch. »; E. 1. Mose Kap. 32 B. 2öff.

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