Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1895)
- Date
- 1895-12-01
- Page
- Seite 283 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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kshaus für alle Völker genannt werde, in welchen dieselben Wahrheiten von des Lehrern in Israel wie von Äm Lchrvm in Än HiWiten der Rsivrxßtäten -«r gebildeten Menschheit gelangen werden, nnd wodnrch die Synagoge so international werden dürfte, wie es diese Wissenschaft in den Hörsälen der Universität geworden ist. Wonatsschau. Am 6. November starb in Berlin unser geschätzter Freund und Mitarbeiter Herr Dr. Joel Müller, Docent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums daselbst. Er war ein durch Herzensadel und Geisteshoheit ausgezeichneter Mann, der durch seine Wirksamkeit als Lehrer und Schriftsteller zu den ausgezeichneten Männern des Judentums in diesem Jahrhundert gehört. Er entstammt einer hochangesehenen Rabbiner-Familie und war 1828 geboren. Er folgte seinem durch Gelehrsamkeit nnd edlen Charakter ausgezeichneten Vater nach Beendigung seiner Studien, als Rabbiner in Ung. Ostrau. Von dort folgte er einem Rufe als Rabbiner nach Böhm-Leipa, ließ sich dann in Wien nieder, woselbst er an höheren Lehranstalten Religionsunterricht erteilte, um vor 10 Jahren einem Rufe an die genannte Lehranstalt in Berlin zu folgen. Er hat sich besonders durch seine Arbeiten über die Gaonaeische Periode, die er vollständig beherrschte große Verdienste erworben, wovon seine Werke, die sich der größten Anerkennung in gelehrten Kreisen erfreuen, Zeugnis geben. Einen großen Einfluß auf seine Denkweise übte seine edle Mutter aus, was er selbst so treffend in dem in Berlin erscheinenden „Israelitischen Jugendfreund" geschildert. An seinem frischen Grabe klagen nicht nur seine Verwandten, zu denen zu zählen auch ich die Ehre habe, um ihn trauert auch die jüdische Wissenschaft, die in ihm einen ihrer eifrigsten und tüchtigsten Forscher verloren. Sein Andenken wird stets zum Segen sein. — Am 28. Oktober starb in Frankfurt a. M. Herr Dr. Ferdinand Reubürger ein durch herrliche Gabeu des Geistes und Herzens gleich ausgezeichneter Mann. Er war einige Jahre als Lehrer an der Jsraelitschen Realschule „Philanthropin" thätig. Wegen angegriffener Gesundheit schied er vor 13 Jahren aus diesem Amte um sich desto eifriger seine» schriftstellerischen Arbeiten zu widmen. Bon seinen Dramen gelangten „Die Marquise von Pommeray Laroche", „Das Gastmahl des Pontius" zur Aufführung. Die Armen beklagen in dem edlen Menschen ihren stets bereiten Helfer, die Freunde einen anregenden teilnehmenden Genossen, die Familie ein Mitglied auf das sie stets mit Stolz und Freude Hinblicken durfte. Sein am 30. Oktober stattgefundenes Leichenbegängnis ge-, stattete sich zu einer Kundgebung großartiger Teilnahme aus allen Kreisen der