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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-12-01 · Heft 12 (1.12.1895) · p. Seite 277

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 12 (1.12.1895)
Date
1895-12-01
Page
Seite 277 (sequence 13)
Language
German
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277 welche keine bessere Begründung hatten als die des Heidentums, dann bleibe nichts übrig, als die Bibel als Maculatur bei Seite zu werfen. „Ich bin dieser Behauptung immer entgegengetreten. Es scheint mir, wenn es irgend etwas giebt, was widerlicher ist, als der orthodoxe Bibelvergötterer, dann ist es der heterodoxe Philister, der in einer Litteratur, die m mancher Beziehung unerreicht dasteht, nur eine Zielscheibe für schlechte Witze und eine Gelegenheit sieht, seine dünkelhafte Unkenntnis dessen, was er vergangenen Generationen schuldet, zu entfalten. „Vor 22 Jahren plaidierte ich für den Gebrauch der Bibel als eines Mittels zur Volkserziehung und ich wage es zu wiederholen, was ich damals sagte: „Bedenket die große geschichtliche Thatsache, daß dieses Buch seit drei Jahrhunderten mit dem Besten und Edelsten in der englischen Geschichte verwoben war, daß es das nationale Epos Groß-Brittanniens geworden ist und Jedermann vertraut ist, Hoch und Niedrig von John d' Groat's Haus bis Land's End, wie Dante unb Tasso einst den Italienern vertraut waren. Bedenket, daß es in dem reinsten und vornehmsten Englisch geschrieben ist und eine Fülle großartigster Schönheiten in litterarischer Form aufzuweisen hat und endlich, daß es verhindert, daß der letzten Bauersmagd, die niemals ihr Dorf verließ, die Existenz anderer Gegenden und Civilisationen und einer großen Vergangenheit, die sich bis zu den äußersten Grenzen der ältesten Nationen der Welt erstreckt, unbekannt bleibe. „Wo ist ein anderes Buch, durch dessen Studium Kinder so menschlich erzogen werden könnten, durch das sie fühlen lernen, daß jede Figur in dieser langen historischen Prozession gleich ihnen nur einen momentanen Intervall in dem weiten Zwischenraum zwischen den Ewigkeiten ausfüllt, und daß Jedermann die Segnungen oder Flüche erntet, je nachdem er sich bemüht, das Gute zu thun und das Böse zu meiden, wie man den Lohn seiner Arbeit erntet. „Gleichzeitig legte ich darauf Gewicht, daß solcher Unterricht Laienhänden anvertraut werde, in der Hoffnung und dem Glauben, daß er sich auf diese Weise den veränderten Anschauungen der Zukunft anpassen werde, daß Theologie und Legende auf diese Weise mehr und mehr aus dem Gesichtskreis schwinden, während die dauernd interessanten, historischen, litterarischen und ethischen Partien mehr ins Licht gesetzt werden würden. „Ich darf noch einen Anspruch, welchen die Bibel an die Achtung und Aufmerksamkeit eines demokratischen Zeitalters hat, hinzufügen. Durch die ganze Geschichte der westlichen Welt waren die jüdische und christliche Schrift die mäch-

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