Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1895)
- Date
- 1895-12-01
- Page
- Seite 276 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Reihe Verwirklichung finden müssen in der Bessergestaltung der Lebenshaltung und der Teilhaftigkeit an den Lebensgenüssen! Denn das ganze menschliche Streben ist ja nur ein Kampf ums Wohlergehen! Ist der Mensch einmal so weit, daß er sein ganzes Denken und Fühle», seine Kraft und seine Mühen nicht nur dem Kampf ums Dasein widmen muß, dann ist er auch zugänglich für die höheren Aufgaben des Lebens, deS Schaffens für seine Mitmenschen. Ich glaube, daß Jeder, der eines unbefangenen Urteils sich befleißigt, zu dem Schlüße kommen muß, daß die Vorschriften des alten Testamentes uns nicht minder befähigen, wie die Bekenner des neuen Testamentes, Gutes zu wollen und zu erstreben. Wir wollen ja nichts weiter als Menschen sein! Als solche mögen wir Fehler haben und irren, denn: „es irrt der Mensch so lang er strebt". Aber sind Menschen je besser geworden durch ungerechte Behandlung und Beschuldigungen? Hat die Menschheit als solche dadurch je Förderung erfahren? Hat es je der allgemeinen Cultur genützt, daß man eine ganze Klasse oder Gemeinschaft in ihren idealen und sozialen Interessen und Rechten verkürzt oder zurückgesetzt hat? Lassen wir meine Herren uns aber nicht beirren, mag es auch einzelnen bevorzugten Geistern vergönnt sein der Gesamtheit zu nützen, so ist es doch hauptsächlich die gemeinsame Arbeit und That durch welche der Menschheit dauernd Gutes erwächst und von dieser gemeinsamen Mitarbeit wollen wir uns trotz allem nicht ausschließen und hinweg drängen lassen, am wenigsten durch Scheingründe, und dadurch beweisen, daß der Wert der mosaischen Gesetze nicht entwürdigt werden kann, wenn wir sie nur selbst zeitgemäß bethätigen. Mein Schlußwort entlehne ich der bereits Eingangs erwähnten Abhandlung von Paulus Cassel in der er von Adam sprechend, sagt: Es braucht sich keines seiner Kindergeschlechter mehr einzubilden wie das andere, das erste Zeichen seiner Humanität, ist das Zeichen zur Unmenschlichkeit! Der Naturforscher Thomas Kurtey über die Mbet. „Manche Leute scheinen zu glauben, wenn zugegeben wird, daß die alte Litteratur, enthalten in unseren Bibeln, nicht mehr Anspruch auf Unfehlbarkeit habe, als irgend eine andere Litteratur, daß die Israeliten und ihre christlichen Nachfolger eine große Zahl supranaturalistischer Theorieen und Legenden acceptieren,