Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1895)
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 262 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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262 zeichnis antiquarischer Musikalieu veröffentlicht, 63 Nummern enthaltend, darunter Mannscripte von A. Baer, Ehrlich, Ad. Grünzweig, I. Lachmann, P. A. Olander und gottesdienstliche Gesänge gesammelt von S. Popper. — In London ist der bekannte Lustspieldichter Arthur Benham im 25. Lebensjahr gestorben. Seine Stucke waren Zeugnisse einer außerordentlichen Begabung. — Herrn Intendant Emil Claar in Frankfurt a. M. wurde vom Großherzog von Mecklenburg- Schwerin der „Hausorden der wendischen Krone" verliehen. — Die dreiaktige Oper „Der Halling oder Nordische Blutrache" von Dr. Gustav Weinberg, Musik von Anton Eberhardt, wurde in Frankfurt a. M. von der Intendanz zur Aufführung angenommen. — Der Maler Herr Max Liebermann, dem die Berliner Akademie noch immer die Aufnahme verweigert, hat auch in Venedig den ersten Preis als Nichtitaliener, den die Provinz Venedig im Betrage von 5000 Francs gestiftet, für sein Portrait Gerhard Hauptmanns erhalten. — Das jüdische Waisenhaus in Lemberg hat eine Knabencapelle organisiert, welche jüngst in Czernowitz mit vielem Beifalle concertierte. Der Kapellmeister ist Herr Adolf Bodenstein, der als Musiker und Dirigent Beachtung verdient. — In London ist der bekannte Maler Lionel Cowen, Mitglid der königl. Gesellschaft englischer Künstler, gestorben. — Der Solocellist der Wiener Hofoper Herr Professor Josef Snlzer ist vor Kurzem von einer äußerst erfolgreichen Concertreise zurückgekehrt. Der Künstler wirkte in Constantionpel in einein Concerte der „Teutonia" mit und gab ein eigenes, von glänzendstem Erfolge begleitetes Concert, welchem die Crvme der Peraer Gesellschaft, darunter der österreichisch-ungarische Botschafter Baron Calice, Baron Giesl und Gemahlin, sowie die Herren der Botschaft beiwohnten. Auch gelegentlich zahlreicher Soiröen der diplomatischen und finanziellen Kreise Peras war Professor Snlzer Gegenstand vielfacher Auszeichnungen. Von Constantinopel begab sich der Künstler nach Belgrad, um auf speciellen Wunsch des Königs Alexander vor dem königlichen Hof zu concertieren. Das Hofconcert fand im neuen königlichen Palais statt und demselben wohnten außer dem König und der Köuigiil Natalie sämtliche Gesandte, Minister und Hofwürdenträger mit ihren Damen bei. Snlzer spielte mit solcher Verve, daß — eine seltsame Erscheinung in Hofconcerten — jede seiner Piecen stürmisch applaudiert wurde. Nach Beendigung der musikalischen Vortrüge sprachen König Alexander und Königin Natalie dem Künstler in der schmeichelhaftesten Weise ihre Anerkennung aus und der König verlieh ihm das Officierskreuz des St. Sava-Ordens. — Bei Besprechung einer neuen Auflage der Biographie Richard Wagner's von Glasenapp schreibt Eduard Hanslick folgendes: „In dem Capitel Paris mußte für unseren Biographen der Name Meyerbeer ein Stein des Anstoßes werden. Durch materielle Unterstützung und zahlreiche Empfehlungen wurde Meyerbeer in Paris bekanntlich der Wohlthäter Wagners, was dieser auch niemals leugnete. „Lassen Sie doch", schrieb er an R. Schuman nach Leipzig, „Meyerbeer nicht mehr so