Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1895)
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 261 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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261 Namen „Haor" (das Licht). Es hat schon früher ein derartiges Blatt in Johanesbürg existiert, jedoch ging es bald wieder ein. Jetzt liegen die Verhältnisse anders. In Johanesburg allein leben 10,000 Juden, die sich zunieist des Jargon noch als Umgangssprache bedienen. — Die jüdische Gemeinde zu Johannesburg.hat eine Anleihe von 60,000 Mk. ausgenommen zur Erweiterung der Synagoge, da die Zahl der dortigen Juden in stetem Steigen ist. — Am 6.18- August starb in St. Petersburg Herr Hermann Trachtenberg. Der Verstorbene, im Jahre 1839 geboren, war einer der ersten Juden, welche in Rußland ihre Ausbildung auf einer mittleren Lehranstalt (im Shitomirschen Gymnasium) erhielten. Nach Beendigung seiner juristischen Studien in Petersburg trat er in den Staatsdienst als Beamter im Regierungs-Senat, wo der Verstorbene bald durch seine Pflichttreue und seinen Eifer die Aufmerksamkeit der Vorgesetzten auf sich lenkte. Für Auszeichnung im Dienste erhielt er den Stanislausorden dritter und Wladimirorden vierter Klasse, was ihm das erbliche Adelsrecht verlieh. Der Verblichene nahm regen Anteil an allen jüdischen Fragen und legte stets ein eifriges Interesse für das Geschick der Juden an den Tag. Lange Zeit hindurch war er Mitglied der jüdischen Gemeindeverwaltung und gehörte zu den hervorragendsten Mitgliedern der Petersburger Gemeinde. — Aus Baranowka im Gouvernement Volhynien wird berichtet: Der greise Erzpriester Herr Alexander Ljaschcwitsch, bemühte sich sein ganzes Leben hindurch, sämtliche gegen die Juden erhobenen Anschuldigungen zu entkräften und die orthodoxe Bevölkerung mit den Juden zu verbrüdern. Von der Kanzel herab, auf der Straße, in jeder Versammlung — überall predigte Ljaschcwitsch Duldsamkeit und Liebe und verdammte jede unhumane Bewegung gegen die Juden. Er beeinflußte die orthodoxe Bevölkerung, sich gegen die Judenausweisungen auszusprecheu, indem er von der Kanzel herab auf den Nützen hinwies, welchen die Orthodoxen „den humanen und wohlthätigen Juden" zu verdanken hatten. Dieser Priester ist kürzlich gestorben, und an seinem Sarge trat die Verbrüderung der Juden mit den Orthodoxen deutlich zu Tage. Die jüdischen Einwohner von Baronowka gaben dem Verstorbenen das Geleite zn seiner letzten Ruhestätte, und in der Synagoge wurde ein feierlicher Gottesdienst veranstaltet. Ljaschcwitsch war ein wahrer Christ und Priester, der auf der Höhe seiner Aufgabe stand. Meuter, Musik und bildende Kunst. Die rührige Verlagsbuchhandlung von I. Kansfmann in Frankfurt a. M. hat unter dem Titel „Musikalische Synagogen-Bibliothek" ihren Lager-Catalog Nr. 23 ausgegeben, welcher 126 Nummern von Gesangswerken für den israelitischen Gottesdienst enthält. Nebst dem hat dieselbe Buchhandlung ein Ver»