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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-11-01 · Heft 11 (1.11.1895) · p. Seite 257

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 11 (1.11.1895)
Date
1895-11-01
Page
Seite 257 (sequence 17)
Language
German
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257 Pflichttreue und Vaterlandsliebe, das gerade die Schlacht von Sedan uns bietet ... Da fragt keiner der Anderen: Bist du Christ oder Jude, bist du Protestant oder Katholik? Schulter an Schulter stand der Fabrikherr neben seinem Arbeiter, und dieselbe feindliche Granate traf den Edelmann wie den Bauernsohn." — Die katholischen Zeitungen bringen nachstehende Mitteilung über die Bischhofs-Conftrenz zu Fulda: „Weiter bringen wir in Erfahrung, daß die hier versammelten Bischöfe auch die antisemitische Bewegung erörtert und dieselbe als eine absolut unchristliche gekennzeichnet haben. Die bestehenden Schäden auf sozialem Gebiet seien einzig durch solche Maßnahmen zu beseitigen, die sich im Nahmen der christlichen Religion bewegten, niemals aber durch Ansbrüche des Rassen- und Religionshasses. Die Kuratgeistlichkeit soll in diesem Sinne auf die Gläubigen einwirken." — Herr Stadtrat Dr. Gustav Levy ist einstimmig zum Vorsitzenden des israelitischen Consistoriums in Straßburg i. C. gewählt worden. — Man schreibt uns: Es dürfte für die Leser Ihrer Zeitung die Mitteilung von Interesse sein, daß die von Herrn Dr. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz (Meklb.) herausgegebene „Real-Encyclopaedie für Bibel und Talmud" Abth. I A-Z; Abth. II A-Z mit den drei Supplementen A-Z nunmehr nochmals gedruckt wird und in Heften zu 10 Bogen (Großlexikon-Oktavformat) ä 3 Mk. erscheint. Man abonniert in jeder Buchhandlung, sowie direkt beim Verfasser. Eine zahlreiche Beteiligung, wie es dieses von den bedeutendsten gelehrten Fachmännern so sehr günstig beurteilte anempfohlene Werk wohl verdient, wäre zu wünschen, damit das schnelle Aufeinanderfolgen der Hefte gefördert und gesichert werde. — Dem 47. Bericht des Frauenvereins in Frankfurt a. M. entnehmen wir, daß die am 12. Dezember v. I. verstorbene erste Vorsteherin, Freifrau Luise von Rothschild, dem Verein 20,000 Mk. vermacht hat. Im Ganzen waren 30 Zöglinge in der Anstalt. Seitens der 1893 gegründeten Mng'schen Stiftung wurde bereits ein Waisenkind ausgenommen, und die Mittel der gleichfalls Ende 1893 gegründeten Wertheimber'schen Stiftung wurden für einen austretenden Zögling in Anspruch genommen. An Mitgliederbeiträgen gingen 4657 Mk. ein, an Zinsen 8851 Mk., an Geschenken und Legaten 18,013, darunter ein Legat von Louis Wertheimber mit 8000 Mk. von Prof. Alfred Stern-Zürich 1000 Mk. Die Ausgaben betrugen 25,340 Mk. Die Höchberg'sche Stiftung hatte Ende 1894 ein Vermögen von 26,786 Mk. Die Zinsen dieser, sowie einer An.ahl anderer Privatstistungen wurden den Zöglingen in die Sparkassenbücher geschrieben. — In einem beachtenswerten Aufsatze „Wir drängen zur Hirarchie hin" schreibt HerrDr. Simon Stern in seiner „ Chronik": Wir aber sind geradezu hypnotisiert vom Antisemitismus und der größte Schaden den der Antisimetismus anrichten könnte wäre der, daß wir über die Juden das Judentum vergäßen. Der Antisemitismus wird vorübergehen wie jeder epidemische Wahnsinn, aber das Judentum wird verkümmern, wenn wir nicht an seine Kräftigung denken. — Der Laie

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