Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1895)
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 255 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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255 des strengsten Causalitätsgedankens. Wenn die Ursache von allein Anfang an durch den Zweck so gestaltet worden ist, daß sie fort und fort sich bewegend eins aus dem andern erzeugt und schließlich anlangt bei dem Punkt, den der Zweck vorausgesehen und gewollt hat, ist es der Zweck oder die Ursache, der die ganze Bewegung regiert?" Bezugnehmend auf die Darvinische Theorie schreibt er: . . . „wenn die Richtigkeit derselben mir auch felsenfest stände, ich wüßte nicht, wie mich dies an meinem Glauben an einen göttlichen Zweckgedanken nur im geringsten beirren sollte. In der Moneade, die nach Häckel mit Notwendigkeit zum Menschen führen soll, hat Gott den Menschen vorausgesehen." Wenn er z. B. im VII. Kap.: „von der socialen Mechanik" davon spricht, daß sich .... rastlos bewegen wie in einer gewaltigen Maschine Tausende von Walzen, Rädern, Messern .... scheinbar völlig unabhängig von einander, gleich als wären sie nur für sich da, ja in feindseliger Stellung zu einander, als wollten sie sich gegenseitig vernichten.und doch wirken alle schließlich zu einem Zweck zusammen und ein einziger Plan regiert das Ganze" — (p. 93) so leuchtet derselbe Gedanke durch. Mag es hier der menschliche Wille sein, der, trotz der Gegensätzlichkeit der Bestrebungen, die im Egoismus, Eigensinn u. s. w. besteht, discipliniert und gebändigt, dennoch dem Ganzen, der Gesellschaft dient, so gehorcht dieser gebändigte Menschenwille doch nur dem einen großen Plane des Schöpfers, dem Gotteswillen. (Fortsetzung folgt.) Wonalsschau. Jil Leipzig starb am 16. September Herr Dr. Moritz Brasch, geboren 1843 in Tempelburg. Er war ein hervorragender philosophischer Publicist und nahm auch regen Anteil an den Bestrebungen der Vereine für jüdische Geschichte nud Litteratur. — In Neustettin starb Herr Rabbiner Hoffman«. — Am 8. September wllrde im Culm eine neue Leichenhalle ihrer Bestimmung übergeben. Herr Rabbiner Dr. Guttmann vollzog den Weiheact. Ani selben Tage lvurde in Benthe« die neuerbaute kleine Synagoge durch Herrn Rabbiner Dr. Kopstein eingeweiht. —■ Von den im Juni d. I. geprüften württembergischen Rabbinatskandidaten wurde Dr. Kroner, Sohn des Herrn Kirchenrats Dr. Kroner, zum Rabbinatsverweser in Göppingen und I. Berlinger zum Gehilfeu seines Vaters, des Herrn Rabbiners M. Berlinger in Braunsbach, ernannt. — Herr Hermann Holdheim, ein Sohn des sel. Rabbiners Dr. S. Holdheim, das älteste Mitglied der Redaktion der „Volkszeitung" in Berlin feierte ani 7. September seinen siebzigsten Geburtstag. — In Danzig wurde Herr Dr. Posner mit der Verwaltung