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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-11-01 · Heft 11 (1.11.1895) · p. Seite 251

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 11 (1.11.1895)
Date
1895-11-01
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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251 brachten damals oft Nachrichten von Intoleranz gegen die Juden. Ein Feldprediger der damaligen Zeit hat recht schöne und herrliche Ermahnungen an seine Soldaten gerichtet, den Juden nicht so verächtlich zu behandeln, aber es blieb nach wie vor. Die erste Nachricht von dem Handel der Juden aus Schlesien datiert aus dem Jahre 1328. Die Chronikschreiber berichten aus diesem Jahre vou einem sehr reichen Juden, der dem Herzog Boleslaus zu Liegnitz und Brieg 8000 Gulden abdrang. Ferner wird berichtet, daß sich der polnische König Kasimir zur Freude der Juden ein Mädchen aus diesem Volke erwählte mit Namen Ester. 1401 fand eine große Judenverfolgung in Groß-Glogau statt. Vorwand war die vermeintliche Verunehrung einer geweihten Hostie. Diese Geschichte soll auf einem Gemälde in einer katholischen Kirche in Groß-Glogau abgebildet gewesen sein. 1442 am Tage hl. Mariä brach in der Judengasse in Groß- Glogau Feuer aus, was die Christen benutzten um die Häuser und Schule zu stürmen. In demselben Jahre wurden sie aus Groß-Glogau vertrieben. Zur Zeit als der Aufsatz in der Judenbibliothek erschien, wohnte in der Glogau'schen Vorstadt ein einziger Jude. In Breslau fand nicht 10 Jahre später (wie 1442) eine Judenverfolgung statt. Schuld trug daran der Bernhardinermönch Johann Capistraki^ von Abbruzzo, der. neben seinen Predigten gegen die Husiten die Judenverfolgung anregte. Herzog Hans zu Sagau und Glogau verjagte die Juden, ebenso Herzog Albrecht und Carl I. zu Oels und Münsterberg im Jahre 1505. 1535 wohnten jedoch wieder Juden in Oels und ließen daselbst eine Bibel drucken, welche durch ein schreckliches Gewitter zerstört wurde, indem von dem heftigen Winde die Exemplare dieser Bibel zerstreut wurden, was für ein Wunder und für eine Strafe Gottes angesehen wurde. 1562 wurden im Fürstentume Oppeln Befehle zur Einschränkung der Juden erlassen. 1668 wohnen Juden in Brieg, welche das Münzwesen an sich brachten und die große Branntweinbrennerei, welche man ihnen verpachtete. Der Aufsatz über die Geschichte der Juden in Schlesien schließt mit der Notiz, daß bei der Wassernot im April 1785 die Judenschaft zu Breslau 1000 Brode backen ließ um sie unter die Notleidenden auszuteilen. Theismus und Waturforschung in ihrem Verhältnis zur Teleologie. Von Rabbiner Dr. I. Stier, Berlin. (Fortsetzung.) Daß aber auch hier noch so manches fraglich ist, die Rechnung nicht ganz ohne Rest aufgeht, ergibt sich, sobald etwas näher auf das Gesagte eingegangen wird. Ich kann über das, was schon vielfach hervorgehoben wurde, nicht hinaus.

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