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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-11-01 · Heft 11 (1.11.1895) · p. Seite 250

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 11 (1.11.1895)
Date
1895-11-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 als äußerst interessant nnd wertvoll erweisen, da es zumeist seltene Schriften sind über die wir berichten werden. Wir beginnen mit einer Schrift aus dem Jahre 1786, betitelt: „Judenbibliothek". Erstes Stück. Zum Besten jüdischer und christlicher Armen. Leipzig 1786. Schon aus der Vorrede ist nachstehender Satz von Interesse der uns zeigt, von welcher Tendenz die Zeitschrift sein sollte und warum sie gegründet wurde: Nicht ohne innigste Rührung und Wehmut kann man die mancherlei Bedrückungen erwägen, unter welchen die jüdische Nation schmachtet; nicht ohne Schauder und Entsetzen kann man die Grausamkeiten betrachten mit welchen Menschen wider Menschen wüten und sich des Adels der Menschheit unwürdig machen. Von Menschenwert und Menschenwürde überzeugt, entstieg daher schon längst in mir der Wunsch, durch Beibringung meines Schärfleins den Vorurteilen entgegen zu arbeiten nnd Duldung nnd Menschenliebe gegen diese Nation zu befördern. Diese Absicht suche ich gegenwärtig durch eine Judenbibliothek zum Besten jüdischer Armen erreichen zu können. Der Überschuß der aus dieser Zeitschrift erzielt wurde, sollte an die jüdischen Armenkassen der Städte: Berlin, Dessau, Hamburg, Frankfurt a. M., Mainz, Prag und Wien eingeschickt worden. Herr Dr. Burgheim aus Burg, erster promovierter Doctor jüdischer Nation und praktizierender Arzt in Leipzig hat sich jedoch erboten die Kosten zur Herausgabe der Judenbibliothek vorzuschießen um das Werk zu befördern, knüpfte jedoch daran die Bedingung, daß der Überschuß der Kosten an christliche unb jüdische Arme geteilt werden sollte. Die Vorrede aus der wir hier Manches mitteilten ist in Leipzig am 6. Oktober 1786 erschienen. Beachtenswert ist auch das beigegebene Verzeichnis der Pränumeranten. Ein Buchhändler Bartholomäi in Straßburg hat 100 Exemplare abgenommen. Jsaac Abraham Eichel in Königsberg 50 Exemplare. Als Abonnenten sind neben Anderen verzeichnet: Abraham Semle Flörsheim, aus Frankfurt; Baron von Manteufel in Leipzig; Hirsch Abraham Stiebel aus Frankfurt a. M.; Madame Zippora Wulf, geborene Jtzig, in Berlin, Doctor Kirsch in Prag. Der erste Aufsatz ist überschrieben: Die den Juden gestattete bürgerliche Freyheit. Eine Erscheinung im Traume. S. 13 läßt der Verfasser Fr. unter Anderem sagen: Würden die Judenmäuner ihre schmutzigen Bärte ablegen und sich so gut als die Christen, wie sichs denn auch gebührte und gezienite, rasieren lassen, so könnte man ihnen vielleicht eher den Zutritt wenigstens zu allgemeinen Zusammenkünften gestatten. S. 15 findet sich der Ausdruck „Antijuden". S. 19 heißt es : Wer den Bart zum Wesen der Juden zählt, mit ihm also seine Jndenschaft abzulegen glaubt, der trage ihn vor wie nach. Der zweite Aufsatz ist betitelt: Etwas zur Geschichte der Juden in Schlesien aus dem wir hier einige Daten mitteileu wollen. Dieser Artikel war ursprünglich in einem Monatsblatte „Schlesisches Allerlei" abgedruckt und hat in der Judenbibliothek einige Änderungen erfahren. Kranze's Bürgerblatt, die Becker'sche Zeitung, das politische Journal,

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