Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1895)
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 235 (sequence 19)
- Language
- German
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235 Eminenz den Kardinal-Erzbischof Moneszillo von Toledo ein Dankschreiben für seine, im diesjährigen Hirtenbrief enthaltene Belehrung des katholischen Volkes über den schädlichen Einfluß des Wuchers zu richten." In Spanien wohnen bekanntlich seit Jahrhunderten gar keine Juden. Es handelt sich demnach um den christlich-spanischen, also antisemitischen Wucher! — In Heidelberg hat sich vor einiger Zeit eine farbentragende jüdische Verbindung gebildet. — Der Westdeutsche Missivnsverein für Israel in Köln hat im verflossenen Jahre au Liebesgaben re. eingenommen 14,631.90 M, ausgegeben 13,222 16 M., darunter allein Gehälter, Reisekosten u. a. m. an die Missionare und Kolporteure 11,500 M. Es gelang nur in Köln drei und in Frankfurt a. M. fünf jüdische Seelen zur Taufe zu führen. — In Nathanael XI, 1 finden sich biographische Notizen über hervorragende Missionare jüdischer Abstammung: Paulus Stephanus (Selig) Cassel, geb 27. Nov. 1821 in Glogau, gest. 23. Dez. 1892 in Friedenau; John Henry Brühl, geb. 6. Sept. 1823 in Schmiegel, gest. 31. Mai 1893 in London; Paul Emanuel Gottheil, geb. 5. April 1818 in Fraustadt, gest. 9. Juni 1893 in Stuttgart; Michael Maximilian Henry Laseron, geb. 11. Mai 1819 in Königsberg, gest. 28. April 1894 in Zottenhams; Ezechiel Margolioth, geb. im November 1815 in Suwalki, gest. 2. Mai 1894 in London. — In der Großgemeinde Oroßlamos wurde Herr Michael Mannheim einstimmig zum ersten Orts-' richter gewählt. — Aus Kojetein berichtet man von der Feier der goldenen Hochzeit des durch Wissen und Frömmigkeit ausgezeichneten Herrn M. Fuchs mit Fanni, Tochter des verstorbenen Rabbiners M. Mandl aus Prerau. Herr Dr. Emanuel Fuchs s. A. ein hoffnungsvoller Theologe, der als Hörer am „Breslauer Seminar" verstarb, war ein Sohn des greisen Jubelpaares. — In Budapest wurde Herr Ludwig Deutsch, Chef der Firma Haas u. Deutsch, von einem entlassenen Beamten, Karl Csaszar, im eigenen Bureau erschossen. Der Thüter wurde verhaftet. — Nach den letzten statistischen Erhebungen leben in Österreich 1,143,305 Juden. Hiervon in Galizien 772,713, in der Bukowina 80,472, in Wien 118,495, in Böhmen, Mähren und Schlesien 149,875 und im übrigen Österreich 20,000 Juden — Herr Rabbiner I Schidlof in Tachau feierte das Jubiläum seiner vierzigjährigen verdienstvollen Thütigkeit als Seelsorger in dieser Stadt und erhielt aus diesem Anlasse zahlreiche Glückwünsche aus allen Kreisen. — Die „Israelitisch-theologische Lehranstalt" in Wie» hat ihren zweiten Jahresbericht ausgegeben. Voran geht eine gediegene Arbeit von Prof. Dr. Adolf Bnchler über: „die Priester unb den Kultus im letzten Jahrzehnt des Jerusalemischen Tempels". In dieser Anstalt wird Deutsch, Polnisch und Böhmisch gelehrt. Die Anstalt zahlt 35 Hörer und 9 Schüler. — Der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" in Wien hat laut der vom 8. Juli 1895 datierten offiziellen Vereinsnachweisung gegenwärtig- 4485 ordentliche und 17 Ehrenmitglieder, sonach eine Gesamtzahl von 4502 Mitgliedern. — Man berichtet aus Zuaim: Der allgemein geachtete evangelische Pfarrer Herr Carl Rots