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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-10-01 · Heft 10 (1.10.1895) · p. Seite 228

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 10 (1.10.1895)
Date
1895-10-01
Page
Seite 228 (sequence 12)
Language
German
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und fähig ist, über die Sünde zn triumphieren und sich zur Vollkommheit zu entwickeln. 3. Ich glaube, mit einem aufrichtigen und standhaften Glauben, daß die Seele des Menschen unsterblich ist, und daß Rechtschaffenheit belohnt und Schlechtigkeit' bestraft wird. Dir, o Herr, gehört die Gnade, denn Du wirst Jeden nach seinen Thaten belohnen. 4. Ich glaube mit einem aufrichtigen und standhaften Glauben an die allgemeine Vaterschaft Gottes und an die allgemeine Brüderschaft der Menschen. Dieses wahr zu machen, ist das wahre, große Ziel, die Hoffnung und Mission Israels. Und an jenem Tage wird Gott König sein über die ganze Erde. Gott wird einzig sein und sein Name ist einzig. Herr Dr. Jsaac S. M o s e s sprach über „Missionsbestrebungen im Judentum". Herr Dr. D. Philipson sprach über „American Judaica“. Er sagt, daß die jüdisch-amerikanische Litteratur noch sehr klein sei, das erste Buch, eine hebräische Grammatik, erschien im Jahre 1735. Aus diesen auszüglichen Mitteilungen allein schon können wir ersehen, welche segensreiche Thätigkeit die Centralconferenz Amerikanischer Rabbiner entfaltet. Wo sängt der Mosaismus an und wo Hört er aus? Von Martin Kornfeld. Der Denker glaubt nur an das möglichst Denkbare, der Nichtdenker an das denkbar Unmöglichste. Wenn ich den Mosaismus erörtere, so will ich damit keineswegs das Judentum identificiren, da Letzeres mit seinen Einrichtungen, Lehren und Lebensanschaunngen sich vielfach in diametralem Gegensatz zum Mosaismus befindet. Auf die Frage: „Wo fängt der Mosaismus an, und wo hört derselbe auf?" wird eine richtige Antwort von den Rabbinern, den Führern des Judentums, erst dann erfolgen können, wenn dieselben in des Wortes „Rabbi" wahrer Bedeutung nur als Lehrer in Israel und nicht als Seelsorger fungiren würden- Es liegt eine bittere Wahrheit in der sarkastischen Bemerkung Heine's: Die jüdische Religion ist keine Religion, sie ist ein Unglück! Das Unglück besteht jedoch nicht darin, daß sie keine Religion ist, sondern darin, daß die Rabbiner das Judentum in dein Sinne und nach dem Muster der bestehenden Religionen zu gestalten bemüht bleiben. Die „Tora", das Fundament des Judentums ist Nichts weniger als ein theologisches Werk, sondern lediglich eine Lehre über und für die Menschheit, welche zugleich das Staats- und Sittengesetz von Moses enthielt?) Die „Tora" könnte vielmehr nach der Auffassung des Dr. Ad. Nossig, als ein hygienischer Codex bezeichnet werden, da Lebensdauer, ') Ioh. David Michaelis. Mosaisches Recht. Reutlingen. Vorrede in Bd. 1. 1785.

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