Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1895)
- Date
- 1895-08-01
- Page
- Seite 188 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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und einer die Delila aufstachelnden weiblichen Alten ist vorzüglich wiedergegeben, während das Antlitz Simsons abgewandt bleibt. — Ein „Stilleben" in Anlehnung an Hiob, ein sehr seltsames Bild, ist erst kürzlich in das Schloß Schönhausen gekommen. Die Bilder kommen und gehen, je nach Bedürfnis für die Ausstattung der kaiserlichen Schlösser. Klein im Format, aber von packender Gewalt ist ein „Belsazar", ein Bild, das hier schon längere Rast hält. Belsazar ist als Greis dargestellt, in dem Moment, da er den Becher emporhebt, und den Heinrich Heine mit den Versen schildert: „Jehova, dir sprech ich auf ewig Hohn, ich bin der König von Babylon". An der Wand liest man in hebräischer Schrift das,Mono Tekel“, bei dem Gastmahl entsteht eine allgemeine Panik, die Posaunenbläser setzen ihr Instrument ab, ein israelitischer Mami, der die Harfe spielt, wendet sich zur Seite, — es ist ein Gemälde von erschütternder Wucht. Weserate und Witteitungen. Al-Ma. Jüdisches Kultur- und Familienleben in neuer Darstellung?) Die Schriften der „Kollektion Cronbach" verfolgen sämtlich eine Tendenz. Welche, ist unschwer zu erraten. Sie bekämpfen den Antisemitismus; unb das auf wirksame Weise, mit mehr Erfolg jedenfalls, als die Zeit- und Streitschriften und Flugblätter der gegen die antisemitische Bewegung gegründeten publieistischeu Unternehmen. Sie erscheineil in vornehmer und geschmackvoller Allsstattung zll angemessenem Preise, und was wichtiger als dies, ihr Inhalt ist durchweg mit dem Prädikat „vorzüglich" zri bezeichnen. Der Umstand, daß ein Bändchen allein bereits elf Auflagen erlebt hat, ist der beste Beweis für die Berechtigung dieser Behauptung. Würdigen wir die bislang erschienenen Erzählungen einer Durchsicht! „Aus dem Notizbuch des Onkels Jonas" betitelt sich Band I, dessen Verfasser Siegnrlllld Cronbach ist. Die darin enthaltenen Skizzen sind mit einem geradezu klassischen Humor geschrieben. Man kommt bei der Lektüre derselben gar nicht aus dem Lachen heraus. „Kohn lind Cohen" enthält Stoff für ein lvirksames Lustspiel; die darin geschilderten Verwechslungen zwischen drei Bewerbern um die Hand von Fräulein Lesser, zwischen Herrn M. Kohn, Manufakturwarengeschäft en gros, Moritz Cohen, Manufaktnrwaren-Engrvsgeschäft und Dr. Cohn, dazu die köstlichen Gestalten der Brauteltern und des Jonas, all das ist in eine solch coneentrirte Lösung von drastischem Mutterwitz getaucht, daß „Kohn und Cohen" ') Kollektion Cronbach. Skizzen und Erzählungen aus dem jüdischen Cultur- und Familienleben. Bd. MV a 1.50. Berlin Verlag Siegfried Cronbach.