Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1895)
- Date
- 1895-08-01
- Page
- Seite 187 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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187 zu Ehren des 70. Geburtstages Sr. kgl. Hoheit des Prinzregenten den 21. Psalm kvmponirte, welcher von Allerhöchstdemselben huldvvllst entgegengenommen wurde. — Über das von Berlin zur Aufführung verbotene Stück „Eleazar" macht die Verfasserin selbst, die unter dem Pseudonym Jean Christ dichtende Frau Gutbier folgende Angaben: „Das Stück ist vor 24 Jahren geschrieben, spielt Ausgang des fünfzehnten Jahrhunderts und die Fabel ist einer chronikalen Notiz entnommen. Eleazar. ein strenggläubiger Jude, lehrt nicht, — nein wehrt dem Haß, und Manuel, der eigentliche Held, sagt von ihm: „Gerecht als Mensch, hat er von Jesus Eines nur zu lernen, die Liebe! Gönnet ihm die Zeit dazu. Was Gott mich wirken hieß, Hab' ich verrichtet!" Mit dem Triumphwort des Christen< tums: „Die Liebe hält den Sieg!" klingt das Stück aus. Die Verfasserin knüpft daran die Bemerkung: Man wird doch nicht, was eine oder die andere derbe Figur des Stückes, das treu im Kolorit der Zeit gehalten, sagt — mir zur Last legen? ... Und da doch auch mein Vaterhaus vor das Forum gebracht ist, so will ich's gleich bestätigen: „Ich stamme aus einem thüringischen Pfarrhause, in dem ein katholischer Priester als Freund aus und ein ging und auch ein Rabbiner Der Geist des Christentums war dort in Kraft und trug seine Früchte. — In Amsterdam starb Herr N. M. Groen. Er war 56 Jahre lang Cantor der großen und dann der neuen Synagoge. — Während auf den neueren Kunstausstellungen die Zahl der Bilder, welche Stoffe aus dem Gebiete des Judentums behandeln, immer kleiner geworden ist, erscheint die Zahl der Bilder dieser Gattung, welche sich im Besitz des deutschen Kaisers befindet, auffallend groß. Die unter Verwaltung des Kustos Dr. Seydel stehende Jnventarkammer für Gemälde der kaiserlichen Schlösser, welche sich im Schlosse Schönhausen bei Berlin befindet, weist eine große Reihe Bilder aus dem Stoffgebiet des Alten Testaments auf. Ein klassisches Bild: „Hiob und seine Freunde", ist kürzlich in das Berliner Schloß gekommen. Der niederländischen Schule gehört ein Gemälde an, welches David und Abigail darstellt. Es zeigt uns die Gattin des Rabat zu Karmel, wie sie David, der während seiner Flucht vor Saul mit ihrem Gemahl in Streit war, beschwichtigt. David und seine Gewaffneten, deren Turbane und niederländischer Auffassung entstammende Tracht uns seltsam berühren, werden von Abigail, die von Dienerinnen mit Körben voll Brod und Erfrischungen, begleitet ist, feierlich begrüßt.--Ein großes Wandgemälde stellt den „Auszug aus Ägypten" dar, auf dem Bilde ist es Nacht, und inan sieht die Feuersäule, welche des Israeliten voranleuchtet. Unbedeutender in der Auffassung sind die Bilder Adam und Eva", „Kain vom Blitze erschlagen" und „Lot". In großem Stile konzipirt und auch in der technischen Ausführung nicht unbedeuteiid ist der in kaiserlichem Besitz befindliche „Simson". Es ist der Monient vom Künstler dargestellt (einem älteren Meister), in dem Delila die bewaffneteil Philister zur Überwältigung des wehrlos gemachteil Helden herbeiruft. Die Rachgier auf den Gesichtern der Feinde