Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1895)
- Date
- 1895-08-01
- Page
- Seite 186 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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wie passen yelores (es schwinden die kalten Zeiten), la nazion (die Nation), andaremos loaremos (wir wollen gehen und loben) fiir's Piano bearbeitet hat. Wir haben in der von uns geschriebenen Einleitung zu B. Singer's Beiträgen zur Geschichte der Musik (Prag, 1887—1888, 3 Hefte) den Einfluß, den die Volkslieder auf die liturgischen Melodien geübt, nachzuweisen versucht und ein Gleiches bei den spanisch-türkischen Melodien zu thun, wäre nicht minder verdienstlich. — An der von der israelischen Kultusgemeinde in Olmütz eröffneten Konkurrenz zur Erwerbung von Plänen für den Tempelbau haben sich mehrere Herren Architekten beteiligt. Die von der Gemeinde konkursmäßig festgesetzten zwei Ehrenpreise wurden an die Herren Architekten I. Gärtner (1000 Kronen) und M. Kätscher <600 Kronen) verteilt. Das von Prof. König überprüfte Projekt Gartner's gereicht dem genialen Künstler zur Ehre und wird selbes als Grundlage für die Ausführung des definitiveil Bauprojektes dienen. Herr Gärtner wurde kürzlich, anläßlich des bevorstehenden Tempelbaues in Troppau und Debreczin mit dem ersten Preise ausgezeichnet und ist daher zu dem neuen Erfolge herzlichst zu beglückwünschen. — In Rechoboth, einer der Colonien, wollten die jüdischen Bauern am Pessachfest sich auch ein Vergnügen machen und das hebräische Theaterstück „Serubabel" aufführen. Doch siehe da, als der Vorhang aufging, erschienen Polizisten, welche die Aufführung untersagten, weil das Schauspiel staats- und religionsgefährlich sei. Es wurde aber der Behörde nachgewiesen, daß dies eine Verleumdung war und so wurde das Schauspiel einige Tage später doch aufgeführt. — Sechs jüngere Bildhauer haben an dem Wettbewerb um den von Dr. Paul Schnitze an der Berliner königl. Akademie der Künste gestifteten Preis von 3000 Mark zu einer Reise nach Italien teilgenommen. Den Preis trug der Bildhauer Arthur Lewin davon, der — ein Schüler von Prof. Herter — mit seinen Elfenbeinarbeiten vor einiger Zeit die Aufmerksamkeit der kunstgewerblichen Kreise erregte. Um den ersten Preis der Michael-Beer-Stiftung von 2250 Mark zu achtinvnatlichem Aufenthalt in Rom hatten sich drei Bildhauer beworben. Den Preis hat der junge Bildhauer Henrik Glicenstein-Barami in München errungen, der auch den Preis der Münchener Akademie in den beiden letzten Jahren erhalten hat. — Der Berliner Pianist Herr Fritz Masbach, ein geborener Mainzer, spielte am 22. Mai bei einem Hoffeste des Herzogs v. Coburg in London mit großem Erfolge. — Man berichtet: Der derzeitige Lehrer und Kantor der israelitischen Kultusgemeinde zu Nördlingen, Herr A Weiler hat am 28. Mai sein 25 jähriges Dienstjubiläum begangen. Durch seine amtliche Tüchtigkeit sowohl als Lehrer und Kantor hat Lehrer Weiler es einerseits verstanden, die Liebe und Hochachtung seiner Kultusgemeinde sich zu erwerben, wie anderseits derselbe sich auch durch sein ernstfreundliches und friedliebendes Wesen die Zuneigung und Achtung aller Mitbürger ohne Unterschied der Konfession zu erringen verstand. Nicht unerwähnt wollen wir es lassen, daß Herr Kantor Weiler