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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-08-01 · Heft 8 (1.8.1895) · p. Seite 185

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 8 (1.8.1895)
Date
1895-08-01
Page
Seite 185 (sequence 17)
Language
German
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185 MeaLer, MuM und bildende Kunst. Der ungarische Kultusminister von Wlassics gewährte dem Medaillenstecher Philipp Beck in Budapest ein Stipendium von 12000 Kronen, damit er sich in seiner Kunst bei ausländischen Meistern vervollkommnen könne. — Herr Antoholskij hat die Büste Nicolaus II. vollendet und ist dieselbe ein wahres Meisterwerk geworden, über welches sich Seine Majestät sehr anerkennend ausgesprochen. Er hat es verstanden, dem Thon Leben einzuhauchen und eine prächtige sinnvolle Verkörperung des jugendlichen Monarchen zu schaffen. Demselben Bildhauer ward auch der Auftrag, die Büste Ihrer Majestät der Kaiserin zu rnodelliren und ist es Herrn Antoholskij gelungen, auch die durchgeistigten, schönen Züge der jungen Fürstin gar wundersam zu formen, so daß auch diese Büste, die noch nicht ganz vollendet, dem Meister Ehre zu machen verspricht. — In der Österreich-israelitischen Union in Wien hielt Herr Dr. Leopold Goldschmidt aus Mißlitz einen interessanten mit vielem Beifall aufgenomnienen Vortrag über: die Stellung der Juden zur modernen Kunst. Er sagte unter Anderem: Hat die Kunst eines Liebermann, Israels, Horovitz oder Ludwig Bruck in der Malerei einen speziellen Zug, den man als einen semitischen bezeichnen könnte? Verraten die Werke eines Antoholskij, Max Klein, Straßer oder Rena, daß sie von der Hand eines Juden gemeißelt wurden? Kann man in den Werken eines Meyerbeer oder Halevy, in der Darstellung eines Sonneuthal, Barnay, in den« Spiele eines Joachim, Grünfeld, Popper oder Hubermann den Juden herausfinden? Sind jene Prachtbauten von Synagogen, die z. B. in Wien aufgeführt wurden, in ihrem Style weniger rein, weil sie von jüdischer Hand entworfen sind? Selbst der geübteste Kunstkenner wird in einem Porträt von Horovitz oder in den herrlichen Schöpfungen eines Israels nicht einen Pinselstrich finden, der den Juden verraten könnte, weil ein solcher Zug nicht vorhanden ist. Oder haben die Componisten und Dichter jüdischer Abstammung, haben die jüdischen Interpreten oder Mimen ihrer unsterblichen Werke etwas Jüdisches au sich? — Der sel. Hr.Großrabbiner Dr. M. Grttnwald schrieb jüngst: Es ist erschienen: Scliir ha-Kawod. Album de chants religieux cliez les Israelites du rite espagnol. Pour la Piano receuillis par Maurice J. Itosenspior. En Vente cliez Mr. Malr Gadol. Varna, Bulgarien. — Vor einigen Jahren hat der Oberkantor der sephardischen Gemeinde in Wien Herr Jakob Bauer im Vereine mit dem Chordirigenten Herrn Löwit die wichtigsten Gesangspiecen der sephardischen Liturgie in Noten gesetzt und sich den Dank aller Forscher über Geschichte der Musik erworben; in Varna (am schwarzen Meere) hat nun Herr Moritz Rosenspier ein verdienstliches Werk unternommen, indem nicht nur die liturgischen Piecen, sondern auch spagnolische Lieder,

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