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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-08-01 · Heft 8 (1.8.1895) · p. Seite 180

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 8 (1.8.1895)
Date
1895-08-01
Page
Seite 180 (sequence 12)
Language
German
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180 die Summe von 20,000 Mk. zui» Bau einer Synagoge als Schenkung überwiesen. — In Hemsbach (Baden) ist die Synagoge abgebrannt. — In Essen wurde unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiners Dr. Samuel ein Verein für jüdische Geschichte und Litteratur gegründet. — Die amerikanischen Zeitungen bringen sensationelle Berichte über eine neuerfundene, sogenannte „Wahlstimmmaschine," deren sinnreiche Konstruktion jeden Wahlbetrug unmöglich macht. Der Erfinder des die anierikanischen Regierungen bereits beschäftigenden Apparates, Herr S.Dnkas, ist ein aus Deutschland eingewanderter Jude und Sohn des in Freiburg i. B. lebenden Herrn Leopold Dukas. — Die Kuranstalt für arnie Israeliten in Bad Soden a. T hat im letzten Sommer hundertzweiundneunzig Patienten (99 Männer, 93 Frauen) Aufnahnie und Pflege gewährt. Was die Anstalt in den zehn Jahren seit ihrer Eröffnung geleistet, welch' großer Zahl von armen Kranken sie Besserung und Heilung vermittelt hat, ist wiederholt in gerechter Anerkennung hervorgehoben worden. — Am 5. Mai fand in Hamburg die Großlogensitzung des Bundes Bene Berith statt. Ferner tagte hier gleichzeitig die „Freiisraelitische Vereinigung." Auf die Tagesordnung der diesjährigen Zusammenkunft sind zunächst l. Jüdische Kolonieen, 2. Problem der ethischen Bewegung, gesetzt worden. Ort der nächsten Zusammenkunft ist Frankfurt a. M. — In Weilburg wurde das fünfzigjährige Bestehen der dortigen Synagoge festlich begangen, Herr Rabbiner Dr. Landau hielt die Festrede. — In Wien starb am 17. Mai Herr Wilhelm Ritter v. Guttmann, geboren zu Leipnik in Mähren, ein Mann durch hervorragende Eigenschaften des Geistes und Herzens ausgezeichnet, dessen Heimgang weit über die Grenzen Österreichs hinaus trauernde Teilname erweckt. Bei seinem Leichenbegängnisse am 19. das unter selten großer Beteiligung der Spitzen der Gesellschaft stattfand, widmeten ihm Worte ehrenden Nachrufes die Herren: Oberrabbiner I)i'. Schmiedl, Prof. Eduard Sueß, Rektor Dr. Schwarz, Rabbiner Dr. Jonathan Wolf und der Beamte des Hauses Herr Ludwig Lazar. Viele humanitäre Anstalten, die er zum Teil in Verbindung mit seinem jüngeren Bruder Herrn David Ritter v. Guttmann dem jetzigen Chef des Hauses ins Leben gerufen, wie das Waisenhaus zu Döbling, das Siechenhaus zu Krems, geben Zeugnis daß er seinem Ausspruche nach wirkte: Nicht Auszeichnungen und nicht Anhäufung des Vermögens machen glücklich, sondern einzig und allein nur das Wohlthun. Er war lange Zeit Präsident der Wiener israelitischen Cultusgemeinde und war auch für diesen großen Beruf mit reicheil Kenntnissen und mit Begeisterung für's Judentum ausgerüstet, Eigenschaften, ohlle, welche eine ersprießliche Wirksamkeit nicht gut zu denken ist. Er besaß eine glühende Begeisterung für die jüdische Wissenschaft und hat er schon vor Jahrzehnten auf Anregung des unvergeßlichen sel. Oberrabbiners Dr. Adolf Jellinek das Bethha-Midrasch ins Leben gerufen und eiike jüdisch theologische Lehranstalt begründet. Nach dieser Richtung ist er ein Muster und sehen wir uns in der ganzen Judenheit vergebens nach einem zweiten um, der für ihn in die entstandene Lücke tritt.

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