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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-08-01 · Heft 8 (1.8.1895) · p. Seite 179

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 8 (1.8.1895)
Date
1895-08-01
Page
Seite 179 (sequence 11)
Language
German
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wurde daselbst eine Stiftung unter dem Namen „Perlesstiftung" begründet. Die Stiftung hat noch am Abende der Begründung namhafte Beiträge zugewendet erhalten. Die eine Hälfte der Erträgnisse der Stiftung soll zu wohlthätigen Zwecken, insbesondere zur Unterstützung von länger in München wohnhaften Gemeindemitgliedern und zur Schaffung wohlthätiger Anstalten, insbesondere für weibliche Krankenpstege verwendet werden; die andere Hälfte soll, womit einem besonderen Bedürfnisse vielleicht abgeholfen wird, das bis jetzt nur wenigen Stifter ins Auge gefaßt wurde, mit Beträgen von nicht unter 300 Mark zu Stipendien für bayerische Staatsangehörige verwendet werden, welche bei einem geregelten Studiengange dem Abschlüsse ihrer Studien bereits nahe gerückt sind oder ihre Studien schon abgeschlossen, durch hervorragende Leistungen sich ausgezeichnet haben und in einer ausreichenden erwerbenden Stellung sich noch nicht befinden. — Die Großherzoglich Hessische Regierung hat an die Kreisämter der Provinz Starkenburg folgende Verfügung erlassen: „Es ist der Antrag auf Teilung des Rabbinats Darmstadt gestellt worden. Es sollen zwei Rabbinate errichtet werden, von denen eines mit einem der orthodoxen Richtung angehörigen Rabbiner, das andere mit einem der liberalen Richtung angehörigen Rabbiner besetzt werden soll. Sie wollen Vorstandsbeschlnß über diesen Antrag erwirken und sich in demselben auch aussprechen, welchem Rabbinate Ihre Gemeinde zugeteilt zu werden wünscht. Eingang des Beschlusses erwarten wir binnen 14 Tagen." — Herr Kirchenrat Herz, Rabbiner in Göppingen, der im verflossenen Jahre seinen 80. Geburtstag und zugleich sein 50 jähriges Dienstjnbilänm als Rabbiner in Jebenhausen-Göppingen feierte, wurde in den Ruhestand versetzt. — Am 27. April fand in Oppeln die feierliche Grundsteinlegung für die künftige Synagoge statt. Die Feier wurde durch eine Rede des Herrn Rabbiners Dr. Wiene?, die Alle tief rührte, eröfsnete. — Der Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Köln hat am 2. April die Wintersaison mit einem vortrefflichen Vortrag des Herrn Prof. I>i'. M. Philipps»« aus Berlin geschlossen. Das Thema lautete: „Über einen jüdischen Leibarzt der Königin Elisabeth und Shakespeares Shylock". — Der Leipziger Geschäftsführer der „Deutschen Turnerschaft", Herr Dr. Götz, schrieb, als der erste Wiener Turnverein Slaven und Juden aus seiner Mitte ausschied, in einem nach Wien gerichteten Brief: „Ich habe Ihnen zu erklären, daß ich Ihren Kanipf gegen das Judentum schon im Allgemeinen nicht zu billigen vermag, daß ich denselben, wie Sie ihn auf Kosten der Einigkeit treiben, für einen unerhörten Frevel am Deutschthum halte, und daß ich die Form, in die Sie den Kampf einkleiden, für eine durchaus unsittliche und geradezu empörende erkläre." — Her B Meyersfeld in Brannschweig, geboren in Einbeck (in Hannover), hat einen neuen Beweis seines lebhaften Interesses für die Stadt gegeben. Nachdem er unlängst dem Verschönerungs-Verein 500 Mk. als Beitrag für den Bau eines Aussichtsthurmes übersandte, hat er nunmehr der israelitischen Gemeinde Einbeck

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