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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-07-01 · Heft 7 (1.7.1895) · p. Seite 158

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 7 (1.7.1895)
Date
1895-07-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
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158 — gehört, gesteht er: Ich habe es nicht gehört, und er bekennt immer die Wahrheit Das Gegenteil von allem aber ist der Fall bei einem rohen Menschen." — . Wenn auch nicht mit voller Bestimmtheit behauptet, so darf doch mit Recht vermutet werden, daß dieser Spruch, und insonderheit sein letztes Wort, sich mit seiner tendenziösen Schärfe gegen R. Elieser b. Hyrkan wendet. Denn von ihm wird mit besonderem Nachdruck berichtet, daß er stets seinen Eigensinn, seine eigene Meinung zur Geltung bringen wollte, und daß er deshalb seinen Kollegen gegenüber sich auf die Autorität seiner Lehrer zu berufen pflegte, selbst in Fällen, für welche die Berufung eine unwahre gewesen (vgl. M. Reg. 9, 3; Nidda 38b; Sifra Thasria TI, VI; Weiß, I. H., a. a. O. II, 81 ff.). ' Hlede, gehalten bei der Tranung von Fräulein Nelly Brüll mit Herrn Sigmund Pa tat im israelitischen Stadttempel zu Wien am 16. Juni 1895 von Dr. Adolf B r ü l l.*) Mein teures Brautpaar! Zu schwach, zu arm nnd zu dürftig erscheint mir das Wort, um den Gefühlen, um den Empfindungen Ausdruck zu geben, die mich jetzt an heiliger Stätte, in heiliger Stunde bewegen, da Ihr daran gehet den Bund Eures Herzens zu weihen für die Dauer der Zeiten. Begleitet von Wünschen und Segnungen, die aus tiefem Mitempfinden und liebender Teilnahme stammen, erschließen sich Euch jetzt die Pforten eines neuen Lebensabschnittes, eröffnen sich Euch die Pfade einer Zukunft, die Ihr fortab vereint und gemeinsam dahinwandeln sollt. Ein neues noch unbeschriebenes Blatt aus dem Buche Eures Lebens thut sich jetzt gleichsam vor Euch auf nnd wir wünschen und hoffen, daß die Hand des Geschickes auf demselben für Euch nur Heil und Segen verzeichnen möge und daß das Haus, das Ihr min gründet, sei und bleibe eine Stätte der Beglückung, eine Stätte der Beseeliguug, eine Stätte des Friedens. Doch meine Teuren! Dunkel und verborgen, unerforschlich nnd unergründlich sind für uns Sterbliche die Wege der Zukunft. Darum bemächtigt sich unser bei solch' wichtigen Wendepunkten unseres Lebens, die für unser ganzes Dasein *) Die Trauungsceremonie vollzog, unter Assistenz der Herren Obercantors Singer, Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann, der durch seine herzlichen an das Brautpaar gerichteten Segensworte der Feier eine erhöhte Weihe verlieh.

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