Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1895)
- Date
- 1895-06-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Horch! was tönt dort aus den Gluten? Welche Worte inhaltsschwer Sind es, die zum Ohre fluten, Wie zur Küste wallt das Meer? „Ich, der Herr, ein starker Hort, „Bin Dein Vater fort und fort!" Gottes Worte! Liebesklänge! Ihr beglückt das Menschenherz, Gebt-ihm Kraft im Weltgedränge, Seid ihm Trost in Leid und Schmerz! Alles Volk von fern und nah' Lobe Gott! Hallelujah! Josef Awo und sein Werk „Jkkarim." von Rabbiner L. Wollner. Josef Albo (geb. um 1380, gest. um 1444), Rabbiner zu Monreal, war sowohl als Redner, wie auch als Arzt berühmt. Obwohl ein strenger Anhänger des talmudischen Judentums war er doch den philosophischen Ideen nicht abgeneigt, das beweist besonders seiil Buch „Jkkarim," worin er feststellt, daß die jüdische Religion nur auf drei Grundlagen beruhe: Glaube an das Dasein Gottes, an die Göttlichkeit der Offenbarung und an Vergeltung. Wir »vollen in diesem Aufsatze durchaus keine Kritik über Albos „Jkkarim" schreiben, darüber hat sich Grätz (im 8. Bande seines großen Geschichtswerkes S. 157 ff.) erschöpfend ausgesprochen. Uns liegt daran zu untersuchen, was Albo bewogen haben mag, seinen „Jkkarim" zu verfassen. Als Polemik gegen Maimonides dreizehn Glaubensartikel, wie so manche Geschichtsschreiber annehmen wollen, scheint uns nicht ganz einleuchtend zu fein. Wir glauben einen andern, triftigen Grund zu finden. Der Apostat Jvsua aus Lorko, der nach der Taufe den Namen Hieronymus a Sante fiele angenommen und ein bedeutendes Wissen in talmudifchen Schriften besaß, feindete seine früheren Glaubensgenossen mit einer gewissen Wut an, wollte sie dem Judentum abwendig machen und beredete Papst Benedikt den XIII., dessen Leibarzt er war, einen öffentlichen Religiousdisput in Tvrtosa im päpstlichen Palaste zu veranstalten, welcher auch am 7. Februar 1413 in 69 Sitzungen abgehalten wurde, und beinahe ein Jahr dauerte. Es erschienen