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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-05-01 · Heft 5 (1.5.1895) · p. Seite 116

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 5 (1.5.1895)
Date
1895-05-01
Page
Seite 116 (sequence 20)
Language
German
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116 schloß zugleich, den Gelehrten als Professor für die juridische Facultät in Vorschlag zu bringen. Dieser Beschluß konnte jedoch im Sinne der bestehenden Vorschriften vom Bezirks-Schuldirector nicht genehmigt werden, weil Fleckser ein Jude ist. Fleckser bewarb sich nun selbst um die Professur und erwirkte auch unmittelbar vom Unterrichtsminister seine Ernennung zum Universitätsprofessor.' Fleckser steht heute im jugendlichen Alter von 25 Jahren; erst vor zwei Jahren beendete er seine Studien an der Petersburger Universität und ist gegenwärtig der einzige Jude in Rußland, der Titel und Rang eines Universitätsprofessors besitzt. — Herr Dr. S. H. Sonnenschein ist wieder in New-Aork bei der Gemeinde als Prediger gewählt worden, die er vor einem viertel Jahrhundert verließ. Allerdings haben Gemeinde und Prediger die früher der conservativen Richtung huldigten sich der Reform zugewandt. — Der in New-Aork zur Ausgabe gelangte Bericht der Unitock Hebrew Charities („Vereinigten Wohlthätigkeitsvereine") legt ein ehrendes Zeugnis für den Opfersinn der Juden ab. Laut dem in der Jahresversammlung vom 29. Oktober verlesenen Berichte hat die Gesellschaft in runder Summe 225,000 Dollars verausgabt. — Am 4. Deeember tagte in New-Orleans der Verband amerikanisch-israelitischer Gemeinden, bei welchem sich eine rege Teilnahme kundgab. Die Rede des Herrn Leo N. Levy, der sich zum Lobredner der Orthodoxie aufwarf, fand eine Widerlegung durch Herrn Dr. Landsberger, besonders in Bezug auf Reform-Juden und Reform-Rabbiner. — Die „Deborah" schreibt: Unseren Herren Collegen im deutschen Reiche, wie in Oesterreich-Ungarn und in Polen, die an dem Rückgang der Reform so viel Vergnügen finden, übermachen wir hiermit die Nachricht, daß soeben das Gebetbuch für die israelitischen Gemeinden Amerikas fertig. und der Presse übergeben worden ist. In diesem für alle Resormgemeinden bestimmten Buch ist noch ein Minimuni Hebräisch beibehalten, in der Hauptsache aber ist es reines Englisch mit Anweisungen für Chor, Orgel nnd Predigt, ohne rabbinische Fasttage, ohne Hinweis aus eine mündliche Lehre, körperliche Auferstehung und persönlichen Mesias, Rückkehr nach Palästina oder Wiederhebung des verfallenen Thrones Davids. Die ganze Gebetordnung ist ebenso streng amerikanisch-freisinnig, wie sie streng biblisch-jüdisch ist. Und das ist die Liturgie für das gesammte amerikanische Judentum, die paar Nachzügler aus fremden Ländern abgerechnet. Vom Hutabnehmen und dem Beisammensitzen von Männern und Frauen in der Synagoge ist darum die Rede nicht in der Liturgie, weil sich das alles und an allen Orten von selbst versteht. — Der bekannte Londoner Gelehrte S. Schechter ist in Philadelphia eingetroffen, um einen Kursus von sechs Vorträgen über rabbinische Litteratur, Theologie, Philosophie, Äesetzeswesen rc. abzuhalten, nnd zwar unter den Auspizien des Grätz-Fonds. Das Programm ist bereits fertig gestellt. In seinem ersten Vortrag will er den Beweis liefern, daß

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