Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1895)
- Date
- 1895-05-01
- Page
- Seite 115 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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gleichen Maaße die immense Belesenheit des Redners im jüdischen Schrifttum und seine ungewöhnlichen Kenntnisse der Geschichte. — In Wien ist eine Stiftung für jüdische Litteratur ins Leben gerufen worden. Der Auszug aus dem Moritz und Racheline Goldbergerschen Stiftbriefe lautet: Es ist ein Capital von sechstausend Gulden zur Prämiirung litterarischer Erzeugnisse zu stiften, dessen Zinsen nach je zwei Jahren dem Autor irgend eines hervorragenden wissenschaftlichen oder sonst durch populäre Darstellung die Kenntnis des Judentums in wirksamer Weise fördernden Schriftwerkes nach dem Ausspruche einer zu diesem Zwecke einzusetzenden Jury als Preis bezahlt werden sollen. Die Jury hat aus dem Prediger der Wiener israelitischen Cultusgemeinden, dem Obmanne der Unterrichtssection und dem Cultusvorstande derselben und aus einem von diesen beiden zu erwählenden in Wien ansässigen theologischen Privatgelehrten zu bestehen. — In Wien fand am 3. März die Generalversammlung und das Brudermahl der Chewoa-Kadischä „Heilige Bruderschaft" statt. — Lucien Dreyfus, Attache im franz. Ministerium des Innern, ist zum Vize-Residenten für Anam und Tonking ernannt worden. — Die „Gesellschaft für die Geschichte der Juden in England" feierte den Jahrestag der Wiederaufnahme der Juden in England unter Cromwell durch eine große Versammlung. Es sprachen Herr Israel Abrahams über: „Das hebräische Drama zur Zeit Manasse ben Israels", Herr Lucien Wolf über „Antonio Fernande; Carvajol" und Professor John Hales über die „Rückkehr der Juden". — Der Chef der „Choveoi Zion Association“ Elim Henry d’Avigdor Sohn des Grafen 8aIomon Henry d’Avigdor, früher Herausgeber der Wochenschrift „Examiner" ist gestorben. Er war ein begeisterter Anhänger der Colonisation Palästinas, dabei aber maßvoll und nmsichtig. — Die Königin, sowie die Königin-Regentin von Holland haben die Talmud-Thora-Anstalt in Amsterdam und die Montefiore- Humanitäts-Gesellschaft in Rotterdam mit Spenden bedacht. — In Rotterdam ist der Lehrer B. Hildesheim gestorben. Er hat 25 Jahre lang ein jüdisches Wochenblatt herausgegeben und ebenso lange war er Hauptlehrer der jüdischen Kommnnalschule. — Cavalieri Marco Alatri wurde zum Vicepräsidenten der Handelskammer in Rom gewählt. — Die Karaeer in Rußland schicken sich an, das hundertjährige Jubiläum ihrer Gleichstellung uiit den Russen feierlich zu begehen. — In Sofia fand am 26. Februar die feierliche Gratulation anläßlich des Geburtsfestes des Fürsten im roten Saale des Palastes statt und sprach auch Herr Dr. M. Grünwald, Großrabbiner von Bulgarien, iin Namen der Judenheit des Fürstentums. Der Fürst Ferdinand I. dankte sichtlich gerührt dem Grvßrabbiner für seine Glückwünsche. — Der aus Odessa gebürtige jüdische Gelehrte D. S. Fleckser veröffentlichte vor Kurzem eine juridische Abhandlung, die in Gelehrtenkreisen allgemeines Aufsehen erregte; der Senat der Petersburger Universität zeichnete das Werk durch Verleihung der großen goldenen Medaille aus und be-