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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-05-01 · Heft 5 (1.5.1895) · p. Seite 114

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 5 (1.5.1895)
Date
1895-05-01
Page
Seite 114 (sequence 18)
Language
German
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114 Mitteilungen vom deutschen Reichsverband jüdischer Religionslehrer. Namens des Verbandes herausgegeben von Dr. Louis Neustadt. — In Hildesheim und in Mühlhausen wurden Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur gegründet. —' Der Verein zu Förderung jüdischer Wissenschaft „Obel Jakob" in München, plant die Herausgabe eines nachgelassenen Werkes des verstorbenen Gelehrten R. M. Rabbinowitz. — In Berlin hielt der Stadtverordnete Herr Dr. Hugo Sachs einen Vortrag über die Geschichte der Emancipation der Juden in Preußen. — Im „Akademischen Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Würzbnrg hielt Herr Distr. Rabbiner Bamberger einen Vortrag über „Raschi's Leben und Wirken" und im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Köln Herr Dr. Julius Levin aus Berlin, über: „Die zeitgenössischen deutschen Juden und die Malerei". — In Sulzbürg starb der 82jährige Herr Districts-Rabbiner Dr. Meier Löwenmayer. — In Mainz starb Herr Dr. Aron Mayer, bekannt als vielbeschäftigter Arzt und scharfsinniger Philosoph. Auf medizinischem Gebiete ist er bekannt durch seine Schrift „Die Lehre von der Spinalirritation". — Herr Siegmund Haber, der bekannte humoristische Schriftsteller, der fast 22 Jahre lang den „Ulk" redigirte, ist in Berlin plötzlich im 29. Lebensjahre am Herzschlag gestorben. — In Jena hatte eine Straße den Namen „Judengraben". Die Anwohner richteten ein Gesuch an den Gemeinderat um andere Benennung der Straße, „da der gegenwärtige Name in keiner Weise zu den durchweg christlichen Bewohnern der Straße passe." Der Gemeinderat ging auf das Gesuch ein und taufte den „Judengraben" in „Hainstraße" um. — Die von konservativer und antisemitischer Seite gestellten Anträge betr. das Verbot der Judeneinwanderung sind in der Reichstagssitzung vom 6. März abgelehnt worden, und zwar ging man über den von Liebermann von Sonnenberg vorgeschlagenen Gesetzentwurf zur einfachen Tagesordnung über, während der Antrag Hammerstein-Manteuffel mit 197 gegen 51 Stimmen verworfen wurde. Der Abgeordnete Ahlwardt wurde wegen gebrauchter Ausdrücke wie „Raubtiere" auf die das deutsche Staatsbürgerrecht besitzenden Juden nachträglich von dem Präsidenten von Levetzow zur Ordnung gerufen weil solche Ausdrücke mit der Würde des Hauses nicht verträglich seien. — Man berichtet: Herr Hermann Katz in Frankfurt a. M., früher in Singapore wohnhaft, hat der Genieinde in Worms acht äußerst prächtige Perlmutterplättchen dediciert, in welche zur Benutzung beim „Aufrufen" die hebräischen Benennungen in vortrefflicher Schrift eingebrannt sind. — In Oesterreich fanden Trauergottesdienste für den verstorbenen Erzherzog Albrecht statt. — Man schreibt uns: In der Plenarversammlung der österr. isr. Union zu Wien hielt Herr Rabbiner Dr. Jakob Tauber aus Prerau einen geistreichen, mit vielem Beifalle aufgenommenen Vortrag über „Ezekia", einen jüdischen Nationalhelden (47 v. Ehr.). Die sehr zahlreichen Zuhörer priesen nicht blos die Eloquenz, sondern im

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