Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1895)
- Date
- 1895-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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118 gleich hervorragend war, noch näher zu behandeln und werden ihm, den geschätzten Mitarbeiter der „Monatsblätter" stets ein ehrendes Andenken bewahren. — Im Litteraturverein „Mendelssohn" in Gelnhausen hielt kürzlich Herr Lehrer Strauß einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über „DieJuden in Gelnhausen". Nach demselben datiert die älteste Urkunde, in der von in Gelnhausen wohnenden Juden gesprochen wird, vom Jahre 1280; doch ist es erwiesen, daß schon bei Schließung des Wetterauer Städtebundes (1265) daselbst Juden wohnten. Die jetzige Synagoge wurde 1601 erbaut. Der Friedhof ist ungefähr 100 Jahre älter; das Recht zur Anlage desselben gewährte der Erzbischof von Mainz. Es wirkte in Gelnhausen im Anfänge des 18. Jahrhunderts Rabbi Hennoch Juda Halevi und später Rabbi Jechiel Speier (gest. 1822 in Dessau). — In Bnrgpreppach wurde Herr Dr. Salomon Bamberger aus Bingen als Rabbiner gewählt und in Obornik Herr Raphael Kirsch. — Der „Israelitische Hülfsverein zur Beschränkung des Wanderbettels" in Frankfurt a. M., versendet seinen zwölften Jahresbericht (für die Zeit vom 1. Oktober 1893 bis 30. September 1894). Wie wir demselben entnehmen, hat die Zahl der Hilfesuchenden abermals zugenommen, indem sie von 2191 aus 2284 stieg. Der hierfür verwendete Betrag beläuft sich auf etwas weniger als im Vorjahre (Mk. 8918 gegen Mk. 9590), aber nicht weil die Gaben allzusehr beschränkt wurden, sondern weil der Zuzug aus Rußland nachgelassen hat. Die Zahl der Mitglieder ist fast die gleiche geblieben. Die Jahresbeiträge haben sich auf Mk. 9860 vermindert. Die Geschenke betrugen Mk. 13,264.75, wovon indeß Mk. 8180 dem Kapitalfonds zugeschrieben werden mußten. Für besondere Fälle erhielt der Verein außerdem von Privaten Mk. 6338 und von anderen Vereinen Mk. 2086. Verausgabt wurden für Wanderbettler Mk. 7513, für russische Juden Mk. 1405, für andere Fälle baar Mk. 8217, für Miethen Mk. 2090, für Beförderungen Mk. 1900, für Badekuren, Unterhalt im Seminar, Nähmaschinen zum Gewerbetrieb, für Unterrichtszwecke u. s. w. Mk. 2451. Zur sofortigen Verteilung wurden Mk. 1170 gespendet; Mk. 122 Dahrlehen wurde zurückbezahlt. Im Ganzen ergab sich ein Fehlbetrag von Mk. 1674, der dem Reservefond entnommen werden mußte. Im Herbst wurden dem Verein infolge einer Aufforderung Mk. 2530 Sönderspenden für die Feiertage überwiesen, woraus 500 Parteien hier und in den kleineren Gemeinden der Umgegend bedacht wurden. Auf Anregung des Vereinsvorstandes fand eine Versammlung statt, welche von Vereinen mit verwandten Bestrebungen aus Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Heidelberg, Worms, Gießen, Marburg, Aschaffenburg, Schlüchtern, Darmstadt und Offenbach beschickt war und die Gründung eines „Verbands israelitischer Unterstützungs- Vereine und -Cassen" zur Folge hatte, dessen Zweck die Einschränkung des Wander-. bettels durch Regelung des Unterstützungswesens ist. Das Statut des Verbandes ist dem Berichte beigegeben. — In Breslau erscheint alle Monat: „Lehrerheim".