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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-05-01 · Heft 5 (1.5.1895) · p. Seite 102

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 5 (1.5.1895)
Date
1895-05-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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102 verbotenen Vögel sich ein trichinenähnlicher Filloria-Wurm im Blute befindet, der die schwersten Nierenerkrankungen hervorruft. Unreine Fische, Molusken und Kriechtiere sind, zumal in wärmeren Ländern, noch heute dieselbe Gefahr, wie vor vier Jahrtausenden und aalartige Geschöpfe, sowie Austern, erweisen sich auch in unseren Gegenden als überaus gesundheitsschädlich. Es sei nur der gefährlichen Typhuskrankheiten gedacht, welche der Austern-Genuß so oft im Gefolge hat. Der Fleischgenuß, solcher wurde zwar vom alten Testament gestattet, sicher aber nicht bevorzugt und die Unmäßigkeit strenge verpönt. Schon der Umstand, daß er mit den Opfern in Zusammenhang gebracht wird, ist eine Beschränkung. Sehr bemerkenswert, daß das Fleisch über den zweiten oder dritten Tag hinaus verboten ist; eine prophylaktische Maßregel von allerhöchster Bedeutung. Erst die Forschungsergebnisse der allerjüngsten Vergangenheit über die Sepsis und Antisepsis lassen eine Fülle von Vorschriften der mosaischen Gesetzgebung in ihrer vollen, geradezu überwältigenden, großartigen Bedeutung erkennen u. s. w. Das alte Testament, so schließt der Redner, das die Grundlage der Ethik für alle Kulturnationen geworden ist, offenbart auch unter dem Gesichtspunkte der Hygiene eine staunenswerte Weisheit, deren volle Erkenntnis zum Teil erst durch die Errungenschaften moderner Forschung möglich geworden ist. Wer also wird es in Abrede stellen, daß die Zeit bereits herannaht, wo die Völker, die cultivirten und eivilisirteu der Erde, so sie Kenntnis von dem Inhalte der Thora erlangen, ausrufen werden: Wahrlich dieses Volk ist eine große, weise, verständige, gottbegnadete Nation. Nun soll das Judentum es als seine erste, heiligste Pflichte erachten, für die Verbreitung der Kenntnis der Thora Sorge zu tragen, denn nur durch sie allein kann und wird das Judentum anerkannt und gerettet werden. Aber die Juden Böhmens im iß. und 16. Jahrhunderte?) Aus dem Böhmischen des Herrn Prof. Dr. Sigmund Winter mit Erlaubnis des Autors ins Deutsche übertragen und mit Anmerkungen versehen von Dr. M. Grünwald, Großrabbiner von Bulgarien. Die Juden waren in Böhnien seit undenklichen Zeiten a). Sie waren hier Gäste auf Kündigung in der Verbannungb). Sie waren „Diener und „Gefangene" der königlichen Kammer nnd der König hatte Macht und Schutz I) Xulturnl obraz eeskycli m?st, Zivot verejny v 15. a 16. veku. Dil. I. napsal Zikmund Winter. Nukliulem Matice Oeske. 1890. Pag. 171—211.

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