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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-04-01 · Heft 4 (1.4.1895) · p. Seite 94

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 4 (1.4.1895)
Date
1895-04-01
Page
Seite 94 (sequence 22)
Language
German
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— 94 y— eine Moschee und eine Kirche erhalten soll. Das Asyl wird in kurzer Zeit vom Sultan persönlich eröffnet werden. — In New-Aork wurde eine „Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Litteratur" gegründet. Die Gesellschaft gibt als ihr spezielles Organ eine Monatsschrift „Das Licht des Westens" heraus. — Theater, Musik und bitdende Kunst. Der Professor an der deutschen Universität zu Prag, Herr Dr. Guido Adler, wurde an Stelle des pensionirten Eduard Hauslick zum Professor der Musikgeschichte an der Wiener Universität ernannt. — In London ist der bekannte Koinponist Edward Salomons im 39. Lebensjahre gestorben. Er hatte mit seinen Singspielen „Claude Duval", „Pickwick", „Der Vicar von Bray" u. n. A. große Erfolge in England errungen. — Da jetzt dreißig Jahre seit dein Tode Meyerbeer's verflossen sind, so sind dessen Opern mit Beginn des neuen Jahres frei geworden. Der Musikalienverlag von Henry Litolff in Braunschweig, hat nun eine neue, billige Volksausgabe von Meyerbeer's Werken in 28 Bänden veranstaltet. — Heber die am Stadttheater zu Stettin erfolgte Erstaufführung der Oper „Nordische Blutrache", von Herrn Dr. Gustav Weinberg, Musik von Herrn Anton Eberhardt berichtet man: Das Buch ist nach einer Novelle von Karl Bleibtreu, von Dr. Gustav Weinberg in dramatisch wirksamer Weise aufgebaut und bietet reiche Gelegenheit ebenso zu breiten lyrischen Stimmungsbildern, wie zu charakteristischen Volksscenen. In der Charakteristik der handelnden Personen erinnert das Werk einigermaßen an Marschner's „Hans Heiling." Auch läßt sich ein gewisser Paralellismus der Handlung in beiden Werken unmöglich verkennen. Was die musikalische Gestaltung betrifft, so zeigt Anton Eberhard das Bestreben zu einer selbständigen Entwicklung und er verfügt ersichtlich über eine reiche Erfindung, wie er's denn auch mit Erfolg vermeidet, ausgetretene Bahnen zu wandeln. Seine Musik hält sich ebenso frei von einem bloß deklamatorischen Stil, als von der neu aufdringlichen Melodie der Neu-Jtaliener. Sie führt im Orchester, wie in den Singstimmen, eine kraftvolle Sprache, und erhebt sich in den lyrischen Momenten zu ansprechender melodischer Wirkung. Den Sängern bietet sie dankbare Aufgaben, und da das Werk auch Gelegenheit zu bunten und eigenartigen scenischen Bildern darbietet, so dürste sein Erfolg überall, wo die Aufführung den Intentionen des Dichters und Coinponisten nur einigermaßen entspricht, gesichert sein. — Am 19. Januar gelangte in Barme» „Moses", ein biblisches Oratorium von Ludwig Spitta für Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel von Herrn Professor Max Bruch, unter dessen persönlicher Leitung, mit großem Erfolge zur ersten Aufführung.

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