Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1895)
- Date
- 1895-04-01
- Page
- Seite 93 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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93 — katholische Unterthanen zum Militär zuläßt. — Man berichtet aus Kiew: Herr M. Zaitow hat anläßlich der Vermählung des Zaren 360,000 Rubel zur Gründung eines chirurgischen Spitals gespendet. — Es ist interessant, daß das judenfeindliche Rumänien in allen seinen Uuterrichtsanstalten als Lehrbuch für die rumänische Sprache eine Grammatik gebraucht, deren Autor Dr. Tiktin, ein bekannter rumänischer Philologe, ein Sohn des Landesrabbiners Tiktin aus Breslau ist. — In Barua wurde Fräulein Dr. Elise Pastermath als Stadtarzt avgestellt. Dieselbe ist in Odessa geboren. — Am 22. Januar verschied der allseitig hochverehrte Rabbiner der „chassidischen" Gemeinde St. Petersburg's, Rabbi Jekuthiel Salomon Landau. Der Verblichene entstammte einer sehr angesehenen, reichen Familie in Wilna und besaß nicht allein ein hervorragendes talmudisches Wissen, sondern auch eine für einen „chassidischen" Rabbiner außergewöhnliche allgemeine Bildung. — Herr Dr. A. W. Bertensohn in Odessa wurde vom Kaiser von Rußland in den erblichen Adelstand erhoben mit der Befugnis, daß derselbe in die Adelsmatrikel eingetragen werde. — In Konstantinopel soll schon in nächster Zeit der seit längerer Zeit bestehende Plan zur Errichtung eines Rabbinerseminars für die türkisch-jüdischen Gemeinden durchgeführt werden. — In London ist die Idee aufgetaucht, die hundertjährige Jubelfeier des Gaon Elia von Wilna dadurch zu begehen, daß in Jerusalem der Grundstein zu einer hebräischen Universität an diesem Festtage gelegt wird. — Die Wochenschrift „Hazewi", welche wegen der bekannten Vorkommnisse durch Gerichtsurteil unterdrückt wurde , wird wieder erscheinen. —- In Bombay ist Lady Hannah Sassoon, eine sehr wohlthätige und allgemein geachtete Dame, die Gattin des Barons Albert Sassoon, gestorben. — Herr Elle Scheid aus Paris, General-Administrator der Baron Edmund v. Rothschild'schen Kolonieen in Palästina, hat während seines jüngsten Aufenthaltes in Konstaninopel von der Pforte die wichtige Vergünstigung erwirkt, 1000 jüdische Familien in Syrien auf von Baron Rothschild angekauften Ländereien (Soulan in Baschan und in der Nähe von Damascus) anzusiedeln. Herr Haim Cohen wurde beauftragt, diese Ländereien in Besitz zu nehmen. — Der türkische Ministerpräsident hat an die Paschas von Beiruth und Jerusalem Erlässe gerichtet, in welchen er sie aufmerksam macht, daß die Juden mit allen Völkern, die unter dem Schutze des Sultans stehen, gleichberechtigt sind, und fügt hinzu, es sei der ausdrückliche Wunsch des Sultans, daß die Juden gleiche Rechte mit den andern genießen. Der Sultan hat neuerlich einen Beweis seines Sinnes für Gleichberechtigung gegeben, welchen derselbe bei allen Humanitätsacten bekundet. Se. Majestät hat nicht weit von seinem Palast ein Asyl für Unheilbare, ohne Unterschied der Religion, errichtet. Um nun den Pfleglingen Gelegenheit zu gemeinschaftlichem Gottesdienst zu geben, hat der Sultan angeordnet, daß das Asyl eine Synagoge,