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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-04-01 · Heft 4 (1.4.1895) · p. Seite 82

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 4 (1.4.1895)
Date
1895-04-01
Page
Seite 82 (sequence 10)
Language
German
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82 am Platze ist. Sollte den Menschen, selbst bei diesem minimalen Teil a« der Gottheit dennoch das Gefühl der Selbstvergötterung beschleichen, so wird es bei .der Erwägung schwinden, daß, wie er. ebenso jedes Tier, jede Pflanze, jedes Stäubchen ein Teil der Gottheit ist, und es absolut nichts gibt, das ihn berechtigte, sich höher zu dünken, als das Stäubchen, das er tritt. f) Pantheismus und Monotheismus. Kehren wir zu unserem Thema zurück, so ergibt sich uns, daß der Idealismus eben so wenig einen Weltzweck aufzuweisen vermag, als der Materialismus. Nur mit deni Unterschiede, daß der letztere ihn von vorneherein abweist. Ein Zweck setzt eine gewisse Bewußtheit voraus; die fehlt dem Materialismus. Der Idealismus, der sich als Gegensatz des Materialismus darstellt, bei dem es ein Inneres, Beseeltes, mit Bewußtsein Ausgestattetes gibt, weist den Zweckbegriff von vornherein nicht ab. Doch konimt es auch bei ihm zu keinem solchen aus den eben dargelegten Gründen. Der Hauptgrund aber liegt darin, weil er sich mit dem Pantheismus verbunden hat. Diese Verknüpfung scheint ihm wohl anzustehen, gibt für so manches eine Erklärung. Trotzdem ist es fraglich, ob sie eine notwendige ist, ob es nicht möglich wäre, den Idealismus mit dem Theismus, näher mit dem Monotheismus zu verbinden. Paulsen bejaht dies ohne weiteres. Ihm ist der Monotheismus gleich Pantheismus. Ich halte diese Gleichsetzung beider für verfehlt. Wenn P. die Gleichheit beider in dem Satze ausdrückt: „Gott allein ist, alles was ist, ist durch Gott und in Gott", so kann inan dein ruhig beistimmen. Nur fügt der Theismus das einzige Wort: „Gott", hinzu. Der Satz lautet dann: „Gott allein ist Gott, alles was ist, ist durch Gott und in Gott." Alles ist durch Gott, weil dessen Existenz von Gott abhängt, es ist in Gott, weil wir uns Gott allgegenwärtig denken. Weil Gott all allen Orten ist, kann nichts, was in die Erscheinung tritt, räumlich außer Gott sein. Das Wesen oder das Ding, oder was es sonst sein mag, ist darum nicht Gott, sowie Gott nicht das in die Erscheinung getretene Ding ist. Es mag zugestanden werden, daß P. infolge seiner Auseinandersetzimg zu dem von ihnl aufgestellten Schluffe kommen mußte. Doch ist dieser Schluß nur der adäquate Ausdruck für den Pantheismus. Für den Monotheismus ist alle Existenz von Gott abhängig gedacht, von seinem Wesen durchströmt, aber niemals mit ihm verbunden und Eins. Der Pantheismus muß doch an dem Einwand scheitern, den P. pag. 205 erhebt und widerlegen zu können meint. Er besteht darin, daß man die Erscheinnngswelt, die „in empirischer Breite vor uns liegt, nicht verehren und an sie glauben kann." P. erwidert: Nicht alles, was geschieht ist vollkommen und göttlich, nichts Wirkliches ist Gott fremd, aber sein Wesen bleibt „transcendent." Hierinit hat P. sich selbst und seinen Pantheismus

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