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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-03-01 · Heft 3 (1.3.1895) · p. Seite 61

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 3 (1.3.1895)
Date
1895-03-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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61 kein totes Glied in oder an sich haben. Hände und Füße, seine letzten Ausläufer, leben und müssen leben. Dennoch wissen wir, daß nicht alles an unserem körperlichen Organismus in gleicher Weise belebt ist. Obgleich der Schmerz. im äußersten Gliede im ganzen Körper, infolge seineseinheitlichen Organismus, gefühlt wird, empfinden wir doch einen Schlag in gleicher Stärke am Kopfe viel heftiger, als am Fuße. Die Physiologen werden das durch das Vorhandensein feinerer Fasern ns w. erklären. Ich bestreite das gar nicht, sondern sage nur, daß im Kopfe mehr Bedingungen zu einem starken Empfinden, feinerem Fühlen, vorhanden sind. Fühlen, Empfinden u. s. w. ist Leben. Der Schluß ist also einfach: im Kopfe gibt es eine höhere Lebensthätigkeit als. im Fuße. Wir nehmen nun Lebensabstufungen an uns selber wahr. Setzen wir im Gedanken dieses Sichabstufen der Lebensthätigkeit in der Pflanze, im Mineral fort, können wir, da jedes eine geordnete Zusammensetzung verschiedener Teile, also ein Organismus ist, auch dort Leben annehmen, wo uns ein solches nicht deutlich vor Augen tritt Es sind also nur Grade und Abstufungen, die das höchste geistige Leben des Menschen von dem unter ihm stehender Organismen scheiden „Es schlingt sich", sagt v. NägelU) „das nämliche geistige Band durch alle materiellen Erscheinungen". Der menschliche Geist ist nur die höchste Entwicklung der geistigen Vorgänge, welche die Natur überall beleben. Und wie es ans materiellem Gebiete ein Fortschreiten vom Einfachen zum Zusammengesetzten giebt, so auch auf dem geistigen. (Fortsetzung folgt.) Gin Katholischer Härtester gegen die Antisemiten. In der Sitzung des Landtages vom 4. Januar 1895 erhob sich ber Rector magnificus der Wiener Universität und Professor der Theologie Herr Dr. Laurenz Müllner, um die schamlosen Angriffe der Antiseiniten auf die Wiener Hochschule, namentlich die Aeußerung Gregorig's, dieselbe .sei „ein an einem Nothnagel hängendes Mauscholeum" mit folgenden Worten entrüstet abzuwehren: Ich bin der schlichten Meinung, sagte der Rector, daß man Dinge, über die man spricht, vorher gelernt haben muß, Zu meinem Erstaunen mußte ich heute höre»7 daß es genügt, Abgeordneter zu sein, um über sämmtliche vier Facultäten hier in einem einzigen Satz ein Urtheil abzugeben, ein Urtheil, das obendrein in ein Witzwort gekleidet war, von dem ich als Professor der Philosophie, der ich auch Aesthetik vorzutragen habe, nur das Eine sage: Es scheint mir wenig geschmackvoll. Es wurde gesagt, unsere Universität soll zu einem „Mauscholeum" herabgesunken sein. Ich bin seit zwanzig Jahren katholischer Priester. Der Land- ') das. p. 598.

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