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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-03-01 · Heft 3 (1.3.1895) · p. Seite 57

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 3 (1.3.1895)
Date
1895-03-01
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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-• 57 — ganze Welt mit allen ihren unzählbaren und unendlich mannigfachen Erscheinungen ist eine innere Einheit". Daß die Menschen doch eine Trennung vornehmen ist nur eine Folge ihrer Betrachtungsweise. Ihnen bietet sich alles Seiende als körperliches dar, durch einen Schluß von sich selbst gelangen sie zum. geistigen. Sie betrachten also dasselbe einmal als körperlich, das andere mal als geistig. Das Ding selber hat sich durch diese Betrachtung nicht geändert. Die Unterscheidung und Trennung beider geht von den Menschen aus, im. Wesen der Erscheinungswelt liegt sie nicht. Schon Aristoteles weist darauf hin- Düs Geistige ist ihm die Form, das Leibliche der Stoff. Geist und Leib sind ihm nur dem.Begriffe nach verschieden, ihrem Dasein nach unzertrennbar. Das Leben ist nicht eine Verbindung von Seele und Leib, sondern jene ist die im Leibe wirkende Kraft, dieser nur das natürliche Werkzeug der Seele. Kürzer bezeichnet Spinoza ihr gegenseitiges Verhältnis. Sie sind ihm Attribute. Das Eine das der Ausdehnung, das Andere des Denkens. c. Die Allbeseeltheit. Bezeichnen wir das Innenleben alles Seienden als „Seele", so kommen wir selbstverständlich zur Beseeltheit des Alls, oder zur Allbeseeltheit. Mensch wie Tier, Pflanze wie Stein wären beseelt. Dagegen sträubt sich der gewöhnliche Menschenverstand. . Er gibt es gerne zu, daß nicht nur er, daß auch das Tier beseelt sei. Aber auch die Pflanze sollte eine Seele haben, und der Stein? Ich möchte von anderen Forschern oft Gesagtes hier nicht wiederholen. Jedoch sei hervorgehoben, daß, wie bereits bemerkt, dem Idealismus kaum eine andere Annahme übrig bleibt. Die Körperwelt kann er nicht leugnen. Er erklärt sie nur je nach dem Standpunkte, den er einnimmt, entweder als die bloße äußere Erscheinung des in ihr Wirkenden — von diesem Standpunkte ist sie an sich selbst nichts, hat keine Wirklichkeit. - Oder sie hat Wirklichkeit — und das muß von Seite des Idealismus schon als Zugeständnis betrachtet werden — diese kann aber nur mit oder neben einem Seelischen bestehen. Nicht etwa als Folge von diesem, so daß das Geistige eine Vorbedingung des Körperlichen wäre, sondern als etwas, das mit diesem unter gleichen Umständen in das Dasein tritt. Eben darunl, weit der Idealist auf eine Außenwelt nur von sich selber schließt, er selbst aber als ein ganzes, in möglichst vvllkominener Ausbildung erscheinendes Wesen, als ein Organismus sich darstellt, in dem Seelenleben — Denken, Fühlen u. s. w.— vorhanden ist, aus dem er aber auch das Körperliche nicht wegzuleugneu vermag, schließt er, daß in allem, was ihm in der Natur entgegentritt, gleiche Umstände vorhanden sein müssen. Er darf, um diesen Schluß zu ziehen, nur die Bedingung stellen, daß jenes andere sich als ein ihm ähnliches ausweise. An sich sieht er die harmonische Verbindung der verschiedensten Bestandteile. Haut, Fleisch, Knochen, Blut u. s. w., ein ganzes Räderwerk in einander greifen, eines das andere vor-

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