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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-03-01 · Heft 3 (1.3.1895) · p. Seite 52

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 3 (1.3.1895)
Date
1895-03-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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und darf sich dadurch nicht irreführen lassen. Ob die gute Sache siegt oder unterliegt, ob sie verstanden oder verkannt wird, das ändert nichts an ihrem Werte, an ihrem Rechte, an ihrem Bestände und . wer ein Herz für sie hat und von der Überzeugung durchdrungen ist, daß sie erhalten und gefördert werden muß, der hat nicht erst ängstlich hin und herzuhorchen, ob das da und dort genehm sei und für sie Erfolg und Beifall erwartet werden darf. Zum Wahrheitssinn, mit welchem wir ihr die volle Anerkennung zollen, gehört auch der Wahrheitsmut, Mit dem wir standhaft und beharrlich für sie eintreten, auch wenn die Klugheits- Helden, denen auf dem Gebiete edleren Strebens Nichtsthun als die höchste That erscheint, im Stillen darüber spotten mögen. Wahrheit spricht für sich selbst und alle Mißerfolge, die die Heimtücke ihr bereitet, vermag sie nicht zu widerlegen oder zu entkräften. Bleiben wir standhaft in unserer der Wahrheit entsprechenden Überzeugung, lassen wir das edle und hohe Streben, für das wir in unserem Herzen uns begeistern nicht fallen, wenn auch Bedenken und Rücksichten, Hindernisse und Schwierigkeiten uns davon abhalten wollten, machen wir unfern guten Willen nicht abhängig von Beifall und Zufall von der zweifelhaften Gunst des Erfolges. Ausharrend in Wahrheitsinut und Gesinnungstreue finden wir im beglückendem Selbstbewußtsein unseren reichsten Lohn, Erhebung in dem Glauben an den unausbleiblichen Sieg der Tugend und Gerechtigkeit. Theismus und Waturforschung in ihrem Werhällnis zur Teleologie. Von Rabbiner Dr. I. Stier, Berlin. iFortsepung.) III. Der Idealismus. a. Der Gegensatz zwischen Materialismus und Idealismus. Kann man nun den Materialismus als jene Anschauung bezeichnen, die für die Gesamtschöpfung weder einen Ordner, noch Bildner, noch eine außer der Materie wirkende Kraft annimmt, sondern die Natur aus sich selbst wirken »nd schaffen läßt, kann es demgemäß für sie keinen Daseinszweck geben, so entsteht die Frage, wie verhält es sich mit den« sogenannten Idealismus. Unter letzterem wollen >vir hier vor allem den Gegensatz des Materialismus verstehen. Er sagt nns: Ein zufälliges Sich-zusammen-finden der Erscheinungswesen und somit ihr Entstehen ist undenkbar. Eine bloß blinde, einem dunklen Triebe folgende Wirklichkeit ist unmöglich. In Allem, was uns als

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