Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2969669-2969809-2969811--4366-2973625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
16 So verkörpern also die vier Fruchtarten unseres Feststranßes die vier bedeutsamen Vorzüge unseres neuen Gebetbuches: Schönheit der Sprache, Wahrhaftigkeit im Ausdruck, Treue im Bekenntnis, Einfachheit der Form. Mögen diese seine trefflichen Eigenschaften ihm in immer weiteren Kreisen die Würdigung und Anerkennung verschaffen, die es verdient, die es im engeren Rahmen unserer Heimatprovinz schon gefunden hat. M. Andächtigen, lasset mich noch ein kurzes Schlußwort an euch richten. Seht, Myrthe und Bachweide, Palme und Esrog gelten für sich allein nur wenig, sie erhalten ihre wahre Bedeutung und ihren wahren Wert erst dadurch, daß sie in ihrer Gesamtheit als leuchtendes Vorbild der Einigkeit uns entgegentreten. Und so wird auch das Gebetbuch, das wir mit dem heutigen Tage in unserer Gemeinde zur Einführung bringen, als ein Sinnbild der Einigkeit nicht nur uns, nicht allein den Israeliten unserer Provinz, sondern, wenn nicht alle Zeichen trügen, zahlreichen Glanbensbrndern im großen' deutschen Vaterlande den Gedanken verkörpern, dem wir alle dienen, dein wir alle mit Eifer uns widmen, den Gedanken der Veredelung unseres religiösen Lebens, der Läuterung unseres ganzen Gottesdienstes nach den gleichen Grundsätzen, den gleichen Anschauungen, auf demselben Boden freisinniger Entwickelung. So werde denn unser Buch das Panier, um das alle Freunde des Lichtes und der Aufklärung freudig sich scharen, möge es stark machen die Schwachen, die Zweifelnden überzeugen, die Schwankenden festigen und wahre Gottesfurcht, aufrichtige Andacht fördern in unserer Gemeinde, in unserer Provinz, in unserem deutschen Vaterlande. — Dazu verleihe Gott seinen Segen und seinen Beistand. Amen! Jur Zionistischen Wewegung. Unter dem Titel „Assimilation oder Nationaljudentnm" ist in Berlin (Emil Apolant) eine Broschüre von Herrn Dr. S. Adler, Direktor der jüdischen Mädchenschule daselbst erschienen, aus der wir hier das Wichtigste mitteilen, weil sie geeignet ist, der Zionistischen Bewegung, die auch in Deutschland einen Teil der orthodoxen Inden ergriffen hat, Halt zu gebieten. Die Inden in Deutschland haben sich bis zur Zeit, da die antisemitische Bewegung von außen und die rückschrittliche Bewegung nach innen ihren Anfang genommen, immer als Deutsche jüdischen Glaubens gefühlt, die von den andersgläubigen Bürgern des Staates nur in der Religion verschieden, sonst aber in Allein gleich sind. Und ist denn in der Thal das religiöse Band allein nicht stark genug, um die Inden in allen Ländern durch gleiche Ideale auf die Erhaltung und die Kräftigung ihrer Religion ab-