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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-12-01 · Heft 12 (1.12.1893) · p. Seite 283

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 12 (1.12.1893)
Date
1893-12-01
Page
Seite 283 (sequence 19)
Language
German
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283 und 36 jüdische, beim Landgericht I 146 christliche und 328 jüdische, beim Landgericht II 12 christliche und 17 jüdische Anwälte. Von den 130 Notaren Berlins sind 76 Christen und 54 Inden. — 1890 besuchten in Preußen von je 570 Einwohnern 2 christliche und 60 jüdische Schüler eine höhere Lehranstalt. — Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Elbing und Stadtverordneten-Vorsteher Herr Dr. Jacobi ist am 25. Oktober gestorben. Die städtischen Gebäude haben Trauerflaggen gehißt. Jacobi stand im 74. Lebensjahre. Er gehörte seit dem Jahre 1847 der liberalen Partei an. Die „Altpr. Ztg." widmet Dr. Jacobi einen Nachruf, der mit den Worten schließt: „Der Besten einer ist mit ihm dahingegangen, ein Mann von großer sittlicher Kraft und seltener Hingabe an seine Bürgerpflichten. Was er selbstlos gewirkt, wird der Tod nicht zerstören, sein Scheiden nicht verwischen können und Alle, die ihn gekannt, werden ihn nie vergessen. ' Möge er in Frieden ruhen!" — Am 21. Oktober starb in Mainz im 53. Lebensjahre der Rechtsanwalt Herr Dr. Heinrich Wolfskehl. Er gehörte zur demokratischen Partei und ivar Jahre lang Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, wie des Prvvinzialausschnsses. Man schreibt aus Gnesen. Zur Abwehr des von den Antisemiten den jüdischen Soldaten gemachten Vorwurfs des Mangels an der im Kriege erforderlichen todesmuthigen Tapferkeit und Treue möge folgende wahrheitsgetreue Abschrift einer in der hiesigen Synagoge angebrachten Gedenktafel beitragen: „Leopold Hirschberg, Sohn des Kaufmannes Markus Hirschberg in Gnesen, diente als Einjähriger Freiwilliger in der 10. Compagnie des Garderegiments zu Fuß. Er starb den Tod des Helden in der Schlacht bei Königgrätz an: 3. Juli, während er seinen verwundeten Major aus dein Kugelregen trug. König Wilhelm ehrte sein Begräbnis durch Seine Allerhöchste Gegenwart." — Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratnr in Cöln hielt Herr Dr. med. Apfel einen Vortrag über „die Werthschätzung der Arbeit bei den Juden", in welchem an der Hand der Bibel und des Talmud, nach Aussprüchen unserer großen Schriftkenner und Gelehrten nachgewiesen wurde, wie zu allen Zeiten, von Beginn unserer Geschichte an bis auf die Gegenwart, Arbeit und Thätigkeit hochgeschätzt und in jeder Hinsicht gefördert wurden. — Der erste Preis für die beste Biographie Goethes wurde dem Privatdozenten der Universität in Berlin Herrn Dr. Richard M. Mayer zuerkannt. Dr. Mayer, ein Schüler von Wilhelm Scherer, ist Privatdozent für deutsche Sprache und Litteratur an der Berliner Universität. Man verdankt ihm werthvolle litterarhistorische Untersuchungen. — Am 15. Oktober wurde die israelitische theologische Lehranstalt in Wien in Gegenwart des Curatoriums feierlich eröffnet. Reden hielten Herr Oberrabbiner Güdemann und der Rector der Anstalt Herr Rabbiner Dr. Schwarz. — Am 17. Oktober Abends fand im israelitischen Tempel in der Seitenstettengasse in Wien aus Anlaß des hundertsten Geburtstages des verewigten Seelsorgers der Wiener Gemeinde, I. 9k. Mannheimer, eine Gedenkfeier statt, der ein zahlreiches Publikum beiwohnte. Die Feier begann mit der Absingung des üblichen „Ma towu“ und der darauf folgenden Festhymne 134 aus dem Schir Zion, welche Gesänge durch Herrn Obercantor Singer unter Assistenz des verstärkten Chorpersonals in herzerhebender Weise executirt wurden, worauf Herr Dr. Jellinek eine Gedenkrede hielt, in welcher er die Verdienste, die sich der Verewigte während seiner vierzigjährigen Tätigkeit um die Gemeinde und um das gesammte Judentum erivvrben hatte, schilderte. Mannheimer ist zu einer Zeit geboren worden, in welcher im Westen die Menschenrechte proclamirt wurden, in der der Katechismus der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit herausgegeben wurde. Für diese

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