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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-12-01 · Heft 12 (1.12.1893) · p. Seite 270

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 12 (1.12.1893)
Date
1893-12-01
Page
Seite 270 (sequence 6)
Language
German
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270 die er Ihnen erwiesen, daß Ihre beiderseitigen Eltern, die Ihnen soviel Liebe, die Ihnen soviel Sorgfalt zugewandt haben, Sie mit ihren Wünschen und Segensgrüßen an diese Stätte geleiten. Möge die Freude, die jetzt Ihr Herz darob erfüllt, daß Sie in Liebe sich gefunden und daß der Bund, den Sie nun schließen, ans gegenseitige Neigung sich gründet, die ganze Zeit Ihres Lebens durchstrahlen, und möge der Abglanz der Weihe, die jetzt Ihren Geist und Ihr Herz umleuchtet über Ihre ganze Zukunft sich verbreiten. Das Leben, das dunkel und unklar vor Ihnen liegt und dessen Gestaltung allein bei Gott steht, es soll sich Ihnen gleichsam so heiter, so freundlich erweisen, wie das Fest, unter dessen Zeichen Sie mm die neuen Wege Ihrer gemeinsamen Zukunft betreten. Möge das Haus, das Sie nun gründen, der Hütte gleichen, in der-die Eintracht stets grünet, in der wie an dein Feststrauße, neben der Liebe, der herrlichsten Frucht am Baume des Lebens, die Palme der Gesinnnngshoheit und Gesinnnngsfestigkeit, die Myrthe der Anmut und des Herzensadels, die Bachweide der Aufopferung und Hingebung zu einem herrlichen Bunde sich einen, um das Leben zu verschönen und das Dasein zu beglücken. Ja, der Hütte soll das Haus, das Sie nun gründen, gleichen, die aufrecht bleibt und fest steht, selbst wenn die rauhen Stürme des Lebens sie umtoben. O, daß das Haus, in das Sie nun, begleitet von den Segenswünschen Ihrer Angehörigen und Freunde eintretcn, Ihnen den glücklichsten, den anziehendsten Aufenthalt gewährte, daß Ihnen die reinsten, herrlichsten Lebensfreuden in demselben erblühten, daß noch bis in die späteste Zeit der Schmuck des Frühlings darin prange, daß stets die Gnade Gottes segnend hineinlenchte, daß stets die Huld des Herrn Sie beschirme. Von solchen Wünschen und Hoffnungen geleitet, können Sie voll Vertrauen und Zuversicht den Ihnen nun gemeinsamen Weg des Lebens antreten, der Herr wird Sie schützen und schirmen und sein Licht wird Ihnen die Pfade des Daseins erhellen. Mögen all die Wünsche, die Sie für sich, die wir Alle, die wir hier versammelt sind, für Sie hegen, in Erfüllung gehen und möge das Haus, das Sie nun gründen, sein und bleiben eine Stätte der Eintracht, eine Stätte des Friedens, eine Stätte des Heiles und der Beseeligung. Das walte Gott Amen. Los Ans des sieeles. Die Schwellen der Jahrhunderte. Von Dr. A. Kurein, Rabbiner in Teplitz. «Lchlusi.) Deutlicher braucht wohl die Hab- und Gewinnsucht des Kaisers, der Fürsteil und des Volkes in Deutschland nicht zu sprechen, und es muß sich wohl jedem unbefangenen Leser die Frage aufdrängen, ob nicht Fürsten und Volk viel eher als die Inden deren Schicksal verdient hätten. 1496. Die Vertreibung der Inden aus Oberösterreich (Steiermark, Kärnten und Krain) geschah aus Fanatismus auf Betreiben der Dominieaner, welche die Beschuldigung der Hvstienschündung und des Kindermordes eifrigst verbreiteten.

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