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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-11-01 · Heft 11 (1.11.1893) · p. Seite 248

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 11 (1.11.1893)
Date
1893-11-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 haben: Israel, es komnit zur Ruhe. Es wird, es muß die Zeit kommen, in der jede Klage in unserer Mitte aufhört. Aus der Leidenssaat wird Heilesfrucht ersprießen und statt der Klagetöne erschallen Freiheitslieder, neue Hoffnung verkündend, eine herrliche Zukunft verheißend, und auf den Trümmern' einer untergehenden Welt des Wahnes und des Glaubenshasses baut sich auf eine Welt des Lichtes, und Israel, das unter Thräucn säcte, zieht voran an der Spitze der Völker, tragend die Garben, die auf dem Felde seiner Geschichte gereift. Ein Ende hat der Glaubenshaß, und Israel wird geehrt und geliebt und Rahel hört auf zu weinen um ihre armen verlassenen Kinder. Das walte Gott! Amen. Worein zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. W. In den letzten Monaten ist in den jüdischen Blattern öfters davon gesprochen worden, daß es au geschulten jüdischen Krankenpflegerinnen fehle, daß es Pflicht sei, Bildungsstätten zu gründen, in ivclchen die Gelegenheit zur Erlernung des hohen und bedeutungsvollen Pflegerinncnberufs auch jüdischen Mädchen geboten werde. — Nun aber besteht in Frankfurt a. M. seit vier Jahren eine Schule für jüdische Schwestern; fünf Pflegerinnen sind ansgebildct und walten eifrig ihres Amtes; drei Schülerinnen geben Hoffnug auf baldige Vergrößerung der kleinen Schaar. Wenn aus Frankfurt heute auf den Inhalt jener Besprechungen eingegangen wird, so geschieht das, um von den Fortschritten zu berichten, welche die beregte Angelegenheit in der letzten Zeit gemacht hat. Bisher war die Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen ein privates Unternehmen, gestützt auf einige wenige Männer; die Ausbildungsstätte war und blieb das Krankenhans der isr. Gemeinde in unserer Stadt. Jede ausgebildete Schwester wurde selbstständig, hatte für ihr Fortkommen allein zu sorgen, wenn sie nicht in einem Hospital eine feste Anstellung fand. In den interissirten Kreisen wurde dann der Wunsch rege, eine feste Organisation zu gründen und eine Oberleitung zu schaffen, welche sich mit Angelegenheiten der Schülerinnen und Schwestern besasfe. Heute besteht der „Verein für jüdische Krankenpflegerinnen", dessen Mitglieder durch einen beliebigen Jahresbeitrag die Wohlfahrt der Schwestern fördern helfen. Neun Herren (darunter 4 Aerzte) bilden den Vorstand des Vereins, welchem die activen Schwestern und die Schülerinnen sich unterstellt haben. Der Zweck des Vereines besteht darin: 1. jüdische Mädchen zu Krankenpflegerinnen heranzubilden, die allen an tüchtige Krankenpflegerinnen zu stellenden Ailfordernngeu Genüge leisten; 2. unter Leitung des Vereins ansgebildete, beziehungsweise geprüfte jüdische Krankenpflegerinnen Schwestern gegen festznstellendes Honorar, auf Erfordernis auch unentgeltlich als Armen-Krankenpstegerinuen dem Publikum ohne Unterschied der Confession zur Verfügung zu stellen. klm nun einem weiteren Publikum Einblick in die Verhältnisse der Pflegerinnen zu gewahren, soll hier das Wesentlichste aus dem Reglement für Schülerinneil und Schwestern veröffentlicht werden:

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