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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-10-01 · Heft 10 (1.10.1893) · p. Seite 229

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 10 (1.10.1893)
Date
1893-10-01
Page
Seite 229 (sequence 13)
Language
German
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229 verleumdete Sem geehrt werde. .Kiddusch Haschern, die Ehrung und Verherrlichuug des Semitismus sei daher Gradmesser und Maßstab all unserer Handlungen. Ja wohl, in dieser Zeit der Bedrängnis ist die erste lliid höchste Aufgabe eines seden Inden: Keduscliatli Imam, die Heiligung, Ehrung und Verherrlichung der jüdischen Gesamtheit. Ein Jeglicher unter uns muß danach streben, daß durch sein tadelloses Verhalten und Handeln, Thun und Lassen die jüdische Gesamtheit geheiligt, geehrt und verherrlicht werde! Jedermann hat die Pflicht, gleichsam als ein lebendes Beispiel zu wirken; sein Thun und Lassen so einzurichten als tvenn die Augen der ganzen Menschheit ans ihn gerichtet tvären und von ihm die Ehre unserer Gesamtheit abhienge! Sv du, mein Glaubensbrnder, Recht und Gerechtigkeit übst, stets die Gesetze der Sittlichkeit und des Wahren im Auge behältst, allezeit edel, hilfreich und gut bist, ob du in großen Städten oder auf dem Lande lebst, trägst du bei zur Keduschath Ha am, zur Ehrung und Verherrlichung der jüdischen Gesamtheit! So du aber Jsraelite, nur in Aeußerlichkeiten, in der Jagd nach Erwerb und im Fieber der Genüsse dein Glück findest, so du vor jedem Tagesgötzen niederkniest und nicht Alles aufbietest, um vor Allem den Schild deines Namens und deiner Ehre blank und rein zu halten, oder du, meine Glanbensthwester, öffentlich in schreiendem Luxus, mit Flitter und Tand behängen, erscheiicst, so daß dieses Glänzen und Gleißen, die äußere Pracht und der blendende Schimmer zum Quell der Mißgunst und des Hasses wird, dann muß ich Euch schuldig sprechen vor Gott und Menschen, denn ihr habet gefrevelt gegen Eure höchste Aufgabe: gegen die Ehrung und Verherrlichung unserer Gesamtheit! Wenn du jedoch nicht das zur Schau trägst, was du hast, sondern zeigst, was du bist, tvenn man sieht, daß Gesinnung und Wandel, Gedanke und That, Wille und Ausführung, inneres und äußeres Leben bei dir stets miteinatider in Einklang gebracht sind, wenn der Halt, die Lauterkeit und Gediegenheit deines Charaeters, die Würde und der Adel deiner Seele über alle Anfechtnugen erhaben sind, so hast du redlich beigetragen zu Ehrung und Verherrlichung der jüdischen Gesamtheit! Sv du, mein Glaubensbruder, im geselligen Verkehr weder eitle Selbstgefälligkeit, noch starren Hochmut verrätst, nicht den Rücken krümmst und nicht vom überhebenden Dünkel bist, sonder» ein sicheres Selbstgefühl mit Maß, Takt und Geschicklichkeit zur Geltung bringst, bescheiden in deinen Worten, jedoch stolz in deinen Handlungen bist, und so eine spinpatische Teilnahme an deinem Geistes¬ und Gefühlsleben erhalten bleibt, so hast du als Einzelner das Vorurteil gegen unsere Gemeinschaft zu zerstören gesucht und hierdurch zur Ehrung und Verherrlichung unserer Gesamtheit beigesteuert! - Wenn dir, mein Bruder, Habe und Besitz geivvrden und deine äußeren Güter immer mehrilnd mehr wachsen, mußt du in Wahrheit und mit ruhigem Gewissen sagen können: „Wohl bin ich reich, wohl habe ich Vermögen mir erworben, aber an meinem Besitztum findet sich keine Schuld, keine Sünde." Dies mußt du in Wahrheit und mit ruhigem Gewisseir sagen können kraft deiner höchsten Pflicht: der Heiligung, Ehrung und Verherrlichung der jüdischen Gesamtheit! Meine Lieben! Das scharfe Messer, womit alle Welt uns angreift, soll dazu diene», den Weinstock Israels zu veredeln, damit er desto trefflichere Frucht hervorbringe. Und wie man ans der Zahl der hervorragendsten Pflanzen auf die Güte und Fruchtbarkeit des Bodens schließt, so wird man auch von der erhöhten Sittlichkeit der einzelnen Juden, von der Tadellosigkeit ihres Handels und Wandels

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