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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-08-01 · Heft 8 (1.8.1893) · p. Seite 178

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 8 (1.8.1893)
Date
1893-08-01
Page
Seite 178 (sequence 10)
Language
German
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178 zu Staats-Aemtern, zu politischen Rechten, die Beseitigung aller Schranken zwischen den Unterthanen eines Staates. Er beschränkt sich aber nicht auf positive Auseinandersetzungen, sondern widerlegt auch die Einwürse Michaelis und der Göttinger Gelehrtenzunft gegen die Gleichstellung der Juden über den Widerstreit zwischen Sonnabend und Sonntag, oder zwischen Gewährung der Freiheit für die Juden am Sonntag zu arbeiten und der Verletzung der christlichen Feiertage, zwischen der Sabbatruhe und der militärischen Dienstpflicht etc. Alle Einwände werden so sachlich und gründlich zurückgewiesen, Alles so selbstverständlich und mit so bezaubernder Wärme dargelegt, daß man ihn nicht nur, wie das Pariser Volk, den „verführerischen" Redner, sondern auch den „verführerischen Verteidiger der Menschenrechte" nennen könnte. Ich kann mir es nicht versagen, wenigstens einige Sätze aus dem so interressanten Abschnitte hier anzuführen. — „Gebt dem Juden ein Vaterland und er wird es lieben." . . . „Heilen wir die Juden von ihren Vorurteilen, die unser Werk sind, in dem wir unsere eigenen beseitigen." - . . „Wollt Ihr, daß die Juden bessere Menschen, nützlichere Bürger werden? Verbannet ans der Gesellschaft jede erniedrigende Scheidung, öffnet ihnen alle Wege der Subsistenz und des Erwerbes; weit entfernt, ihnen Ackerbau, Handwerke und freie Künste zu verbieten, ermutiget sie, sich darauf zu verlegen. Setzet die jüdische Schule auf gleichen Fuß mit der christlichen, in Allem, was nicht Religion betrifft. Möge diese Nation wie jede andere, die freie Uebung ihres Kultus haben, möge sie auf ihre Kosten so viel Synagogen und Rabbinen unterhalten, als es ihr beliebt. Mit einem Worte, möge sie in den Besitz aller Bürgerrechte gesetzt werden, und bald wird sie diese Gleichberechtigung zu den nützlichsten Gliedern des Staates machen. Die Verfassung wird zugleich den Uebeln, die man ihnen angethan, und den Fehlern abhelfen, deren sie sich gezwungener Weise schuldig gemacht haben." I4) „Es ist nur Eins zn bedauern, daß eine so sehr begabte Nation so lange in der Unmöglichkeit gehalten worden ist, ihre Kräfte zu entwickeln, und jeder einsichtsvolle Mensch muß sich freuen, nützliche Mitbürger an den Juden zu gewinnen. lä) V. Die Schrift des Sohnes des „Menschenfreundes" wurde in Frankreich schnell verbreitet, und so kam auch hier am Vorabende der Revolution die Judenfrage auf die Tagesordnung. Andere Männer hauptsächlich dadurch angeregt, traten publicistisch für die Rechte der Juden ein. Die wichtigsten Schriften waren die aus Anlaß des von der königlichen Gesellschaft für Wissenschaft und Künste ausgeschriebenen Concurses über die Frage „Giebt es Mittel, die Juden glücklicher und nützlicher in Frankreich zn machen?" erschienenen 3 Arbeiten, welche alle preisgekrönt wurden. Zwei davon hatten Christen und zwar den Abba Gregoire1B) und Advocaten Thiery,die dritte den polnischen Juden Salkiud Hurwitz aus Kownv, Dolinetsch der orientalischen Sprachen an der königlichen Bibliothek, zu Verfassern. ") Mirabeau: Bur Mendelssohn S. 88 fg. lö) Das. S. 115, 117. 16) Essai sur la regeneration physique, moral et politique de Juifs. ouvrage eouronne par la societe royale des Sciences et des avts, le 23 aoüt 1788. 17) Dissertation sur cette question: Est-il des moyens de rendre les Juifs plus heureux et plus utile en France, ouvrage eouronne Paris 1788.

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