Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1893)
- Date
- 1893-06-01
- Page
- Seite 142 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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142 hervorgegangen ist - er ist Schüler Knllaks und des Steru'schen Konservatoriums — hat bereits mehrere Fachmänner gewonnen, die den Leiter der Anstalt in seinen Bemühungen, den Kantorenzöglingen einen allen Ansprüchen genügenden musikalischen Unterricht zu gewähren, unterstützein Der vorliegende Prospekt betont, daß „namentlich dem rezitativischen Vortrag besondere Aufmerksamkeit und liebevolle Pflege zngewandt werden soll." „Mein Bestreben", heißt es weiter, „ist in dieser Hinsicht darauf gerichtet, das Rezitativ durch lebendigeren Rhythmus, melodischere Gestaltung, größere Beweglichkeit und reichere Mannigfaltigkeit dem Ohre gefälliger und angenehmer zu machen." Die Anstalt stellt sich aber, was hervorgehoben zu werden verdient, das Ziel, die Kantoren nicht nur zu ihren gesanglichen Leistungen zu befähige», sondern dieselben auch mit weitgehenden instrumentellen Fertigkeiten ausznstatten, die den Leitern unseres Gottesdienstes zur materiellen und soziale» Hebung immer unentbehrlicher werden. — Es sind erschienen: Indische Melodieen ans Galizien und Rußland. Zum ersten Mal ausgezeichnet und unter Mitwirkung von Halfdan Jede ans Drontheim heransgegeben von G D., Verlag von I. H. Robolsky, Leipzig. In dieser von dem „ii^titutnm .Judaicum’’ herausgegebenen Schrift, finden sich bekannte Melodieen von bekannten jüdischen Jargonliedern ans dem slavischen Osten. Text und Melodie zeugen von der gemütvollen Eigenart des jüdischen Volkes. De» Herausgebern gebührt nur Dank, daß sie diese Weisen in Westeuropa bekannt machen. Aeferate und Mitleikungen. Ueber das Buch Jona, exegetisch-kritischer Versuch von Dr. M. Löwy 1892 Commission von Ch. W. Lippe berichtet Herr Dr. L. Goldschmjdt ans Milslih: Es ist eine eigentümliche und nicht wenig befremdende Erscheinung, die auf dem Gebiete der modernen exegetische» Litteratur unseren Augen sich darbietet. Es sind zumeist christliche Theologen, denen wir die Erforschung unseres Schrifttumes verdanken, nur selten taucht auf dem weiten Gebiete dieser Wissenschaft der Name eines jüdischen Theologen auf. Ist diese Erscheinung schon an und für sich betrübend, so wird sie noch trauriger, wenn wir bedenken, daß Geiger, Znnz, Grätz n. m A. schon tüchtig vorgearbeitet haben, und daß ihre Verdienste nicht nur Worte der Anerkennung, sondern auch Thaten der Nachahmungen verdienen. Darum, weil sich Herr Rabbiner Dr. Löwy aus Temesvür diesem vernachlässigten Gebiete zugewendet hat, sind wir ihm Dank schuldig. Das kleine Buch Jona, dieses große Fragezeichen unter den Büchern der heiligen Schrift, wurde von verschiedenen Auslegern verschiedenartig ausgelegt, doch ist es besonders die didaktische Tendenz, die die meisten Erklärer «Hitzig, Orelli, Riehm und Ewald) darin gefunden zu haben glauben. Es soll sich hier zumeist um die Univcrsalirnng der Phrophetie handeln, die in diesem Buche die engen Grenzen des jüdischen Partiknlarismus überschreitend, die reinen Höhen wirklicher Gotteserkenntnis erreicht hat. Daß aber durch diese Annahme die einzelnen Details des Buches unerklärt bleiben, hat Löwy glänzend nachgewiesen. Auch die allerdings abenteuerliche Absicht, das Buch mit dem Propheten Obadia in Verbindung zu bringen, findet eine vortreffliche Abfertigung, denn das Orakel gegen Edom kann mit demjenigen Jonas schlechterdings nicht verbunden werden. Ist demnach auf diesem Gebiete keine hinreichende Erklärung