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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-06-01 · Heft 6 (1.6.1893) · p. Seite 140

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 6 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 140 (sequence 20)
Language
German
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die Schüler begleitenden Priester „8unt confessionis mosaicae?“ („Sind sie (die Schülers mosaischen Bekenntnisses?") Der Papst sprach sodann mit den jüdschen Gymnasiasten äußerst huldvoll, befragte sie über ihren Aufenthalt in Rom und über die Ergebnisse ihrer Studienreise. Zum Schlüsse segnete der Papst alle Schüler, indem er betonte, daß er die jüdischen Knaben auch sammt ihren zu Hause weilenden Eltern mitsegne. Die Knaben waren tief ergriffen vor der bezaubernden Güte, mit welcher der Papst sie behandelte. — Herr Rabbiner Jonas in Modena hat wegen vorgerückten Alters sein Amt niedergelegt. — Aus Italien laufen Berichte ein über den Eifer, mit welchem die Juden Italiens sich an dem Feste der silbernen Hochzeit des erlauchten Königspaares beteiligten. Von der Königin des Landes ist ihr Eifer im Studium der hebräischen Sprache hervorzuheben, um das Buch des Buches in der Ursprache lesen zu können — Dem Beispiele anderer Hochschulen folgend, bildete sich auch in Zürich ein Verein der jüdischen Studierenden, der sich zum Ziel gesetzt hat, den geselligen Verkehr der jüdischen Stndirenden zu fördern. Theater, Wufik und bildende Kunst. Der von Herrn Baron Königswarter in Wien gestiftete, in der heurigen Jahresausstellung des Knustlerhauses zum zweitenmale zur Verteilung gelangte Künstlerpreis von 500 fl. wurde von der hiezu berufenenen Jury dem Maler G- A. Hehl für sein Oelgemülde „Trompeters Liebeslied" zuerkannt. — Am 1. April starb in Amsterdam Frau Kebecka Heymann, als sie eben im Begriffe war im festlichen Gewände die Synagoge aufzusuchen mit dem Gebetbuche in der Hand. Ihre Tochter ist die berühmte Coloratursängerin Frl. Louise Heymann, ihr Sohn Herr Carl Heymann, der bekannte Klavier-Virtuose. — Im deutschen Volkstheater in Wien gelangte ein Volksstück „Dämmerung" zur Aufführung von dem bekannten Juristen Friedrich Elbogen. Die Novität, die die Geschichte eines Strikes behandelt und oratorisch meisterhafte Stellen von zündender Wirkung enthält, ist nicht ohne glückliche Einzelheiten. Der Autor wurde nach allen Acten stürmisch gerufen. — Man berichtet uns: Im Stadttheater in Drünn fand am 22. April die erste Aufführung einer neuen, noch nirgends gegebenen Operette, „Der Schwiegerpapa", von den bekannten Wiener Componisten Alfred Srassrr und War v Weinzierl statt. Das melodiöse Werk hat eine glänzende Aufnahme gefunden und beiden Componisten stürmischen Beifall und zahlreiche Hervorrufe eingetragen. Die Musik weist viele anmutige und originelle Nummern auf, von welchen mehrere rauschend zur Wiederholung verlangt wurden. Das nach einer Novelle von Richard O'Monroy frei bearbeitete Libretto ist lustig und enthält zahlreiche heitere Einfälle. — In Kom wurde der Bau einer neuen Synagoge beschlossen. Der Entwurf liegt bereits seit zivei Jahren fertig vor. Er ist das Ergebnis eines im Jahre 1890 erlassenen Preisausschreibens, bei welchem von 27 Bewerbern, als Sieger der Architekt Arttilio Muggia, Professor der Architektur in Bologna, hervorgegaugen war, der trotz seiner Jugend — er ist kaum 82 Jahre alt — bereits dreimal den ersten Preis bei Wettbewerben

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