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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-06-01 · Heft 6 (1.6.1893) · p. Seite 138

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 6 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 138 (sequence 18)
Language
German
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138 Lichtenstein getauft und in die evangelische Mission getreten. In Rumänien, besonders in Galatz, wirkt die norwegische Indenmission. In Jassy ist unter de» 50,000 Juden gleichfalls ein Missionar thätig. In Jerusalem hat die Londoner Gesellschaft eine Mädchenschule für Juden, in Jaffa die Schottische Missionsgesellschaft ein Spital eröffnet. In Kischenew (Bessarabien) scheint die von Rabinowitsch geleitete Bewegung zurückzngehen. In New-Dork entfaltet die christliche Judenmission viel Eifer: sie hat ein Heim für bedrängte Israeliten gegründet. Die Londoner Gesellschaft hat im letzten Jahre 180 Juden getauft, die New-Aorker 35, die Britische 25, die Berliner 12. — Die diesjährigen Geineinderats-Ergänzungswahlen in Wien fanden mit den Wahlen des ersten Wahlkörpers, dem die Höchstbesteuerten, zumeist Hausbesitzer angehören, ihren Abschluß. Dieser Wahlkörper, der seit jeher liberal wählte, brachte den Antisemiten einen starken Erfolg, die fünf Sitze eroberten. Die antiseinische Minderheit des Gemeinderates, bisher 42 Stimmen, ist dadurch auf 47 unter 128 angewachsen. — In Heves-Sutor im Haufe seines Schwiegersohnes, des Kreisnotars Jakob Blnmberg, starb der einstige Rabbiner und hervorragende hebräische Gelehrte Josef Uatonek nach langem Leiden, welches ihn des Augenlichtes und der Sprache beraubt hatte. Natonek, welcher ein Alter von 77 Jahren erreichte, war viele Jahre Rabbiner in Jüß- Berony und später in Stnhlweißenbnrg. Im Jahre 1848 war er es, der dem nachmaligen Staatssecretär Eduard Horn durch die Gewährung von Geldmitteln zur Flucht vor der österreichischen Verfolgung half. — Ans dem Jahresberichte der israelischen Religionsgemeinde in Budapest ist hervorzuheben, daß der Vorstand im abgelausenen Jahre eine neue Institution, einen Lehrcurs zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen geschaffen. Verausgabt wurden 313,610.99 fl. vereinnahmt 334,220.83 fl. — Am 17. Oktober 1893 werden es 100 Jahre seitdem Isaak Uoa Mannheimer geboren wurde. — Für den Lehrstuhl der finnischen Sprache an der Budapester Universität wurde Herr Dr. Bernhard Munkarsy, Schnlinspektor der Pester israelitischen Religionsgemeinde, in Aussicht genommen. — Man schreibt uns: der Präses der jüdischen Gemeinde in Siala, Herr IaKob Groß, begieng jüngst die Feier seines 70. Geburtstages. Der Ausschuß überreichte bei diesem Anlässe dem Jubilar eine von Herrn Rabbiner Dr. Glaser verfaßte Adresse, in welcher dem sehr verdienstvollen Gemeindepräses für seine durch eine lange Reihe von Jahren der Gemeinde geleisteten Dienste und insbesondere für seine zum Tempelban gewidmete nahmhafte Spende von 10,000 fl. der Dank ausgesprochen wurde. — Das Curatorium zur Errichtung und Erhaltung einer klimatischen Heilanstalt für Brustkranke macht folgende Mitteilung: Herr Rathaniel Freiherr von Rothschild in Wien hat der Präsidentin des Damencomitös für den obigen Verein, Prinzessin Rosa Croy- Sternberg, von seiner Entschließung Kenntnis gegeben, den gesammten ihm gehörigen prachtvolleil Besitz bei Reichenau dem Vereine zum Geschenke zu machen. Der Protektor des Vereines, Erzherzog Carl Ludwig, nahm Gelegenheit, seine besondere Befriedigung über einen solchen hochherzigen Act zu äußern und gab dem Vereine neuerlich einen Beweis seiner Huld, indem er in seiner Eigenschaft als Gutsnachbar keinerlei Einwendung gegen die Verwendung des Rothschild'schen Besitzes für die Zwecke des erwähnten Humanitären Unternehmens erheben zu wollen erklärte. Daß die Besitzung des Freiherrn von Rothschild, Schloß Hinterleithen, den hygienischen Anforderungen vollkommen entspricht, dafür bürgt seine wunderbare Lage in dem schönsten Waldthal Niederöstereichs, in Reichenau. — Unter stürmischem Beifall brachte der ungarische Kultusminister Esaky am

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