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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-06-01 · Heft 6 (1.6.1893) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 6 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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137 Straßen erregte seine vornüber gebeugte halb verhungerte Figur die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden. Man glaubte früher, daß Kalker sehr arm sei, doch bei dem Tode seiner Tochter klärte sich der Irrtum auf, als er eine beträchtliche Summe zu religiösen und wohlthätigen Zwecken spendete. Er vermachte 100,OM Mark der Talmud-Thora-Realschule und 3M,000 Mark zur Errichtung für einen wohlthätigen Vorschußverein, der Darlehen leistet ohne Sicherstellung oder Zinsen zu verlangen. Das ganze Vermögen Kalkers soll sich auf 1,000,OM Mark belaufen. — Der Führer der Deutschkonservativen und Antisemiten in Breslau, Freiherr Lothar von Kichthofen, ist 75jährig gestorben. — Herr Rabbiner Dr. War Frendenthal aus Breslau ist zum Rabbiner und Prediger der israelitischen Gemeinde in Dessau und zum Landesrabbiner von Anhalt gewählt worden. — Der 11. Bericht über die „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" in Serlin ist erschienen- Demselben gehen eine gelehrte Arbeit des Herrn Dr- Ioel Müller über die Responsen des R. Meschullam b. Kalonymus und die >varm empfundene Trauerrede, die Herr Rabbiner Dr. Maybaum an der Bahre des verewigten Dr. David Cassel gehalten, voran. Der Bericht giebt Kunde von der ivachsenden Blüthe der Anstalt, die nunmehr auch ihr neues Heim in dem Vorderhause der Lindenstraße-Synagoge bezogen und dort ihre 10,000 Bände umfassende Bibliothek zweckmäßig aufgestellt hat. Der eiserne Fond hat in diesem Jahre eine Vermehrung von 4120 Mk. zu verzeichnen. Die Zahl der Hörer betrug im Sommer-Semester 41. Das Rabbinats-Examen haben bestanden die Herren Dr. L. Bardowicz, der nach Mödling, Dr. E. Kalischer, der nach Kopenhagen berufen wurde, und Dr. A. Kaininka, der provisorisch in Frankfurt a. O. als Rabbiner wirkt. Die beiden im Vorjahre gestellten Preisaufgaben über den zweiten Feiertag und die Orgelfrage sind von den Herren Kaminka und Joseph gelöst worden. Einen besonders reichen Ertrag (2200 Mk.) hatten in diesem Jahre die beliebten Montagsvorlesungen gebracht. Auch die Bibliothek erfreute sich reicher Zuwendungen. — Sr. Majestät, der Kaiser hat nach einer dem Vorsitzenden des Orient - Ausschusses in Kerlin, Professor Dr. Richard von Kaufmann, gewordenen Mitteilung durch Ordre vom 17. April zu den Kosten einer Expedition zum Abschluß der Ausgrabungen des Orient-Ausschusses in Sendschirli, in Nord-Syrien ein Gnadengeschenk von 25,000 Mark bewilligt. — Vom Vorstande der Synagogen- Gemeinde in Uemuied ergieng jüngst eine Aufforderung, zur Gründung eines Provinzial Verbandes jüdischer Gemeinden der Rheinprovinz an die Vorstände, Rabbinen und Lehrer des Rheinlandes. Anl 24. Mai findet die erste Versammlung statt. — In Fürth wurde am 23. und 24. April die erste Conferenz Bayerischer Rabbiner unter Vorsitz des Herrn Dr. Kerles abgehalten. Es giebt in Bayern 24 Rabbinen und einen Rabbinatssubstituten. — Man schreibt uns: Der Lehrer und Prediger der Synagogengemeinde Mayen Herr E. Nathan, feierte am 1. April sein 25 jähriges Amtsjubiläum. — Die „Ällg. Evangelisch-Lutherische Kirchenzeitung" vom 17. März schreibt: England nimmt sich der Judenmission mehr als andere Länder an. In Galiläa und Nordpalüstina sind zur Zeit 35 englische Judenmissionen thätig. In London ist im November v. I. ein neues Missionshaus eröffnet worden, dessen Kosten im Betrage von 180,M0 Mk. schon am Einweihungstage gedeckt waren. Dagegen geht die seit fünfzig Jahren bestehende Londoner Jndeninissionsgesellschaft zurück; sie hat ihre Stationen Breslau und Frankfurt einziehe» müssen, während die Berliner jetzt vom Pastor Becker (früher in Breslau) verwaltet wird. In Oesterreich-Ungarn ist Rabbiner 12

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