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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-06-01 · Heft 6 (1.6.1893) · p. Seite 135

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 6 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 135 (sequence 15)
Language
German
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135 Er verklärt die Erde — das Endliche wird zum Ewigen erhoben. So vereint er in sich die Principien des Orients nnd Occidents. Weil er seinen Leib sich selber baut, ist fürder kein Zwiespalt zwischen beiden, sondern ans dem Sinnlichen leuchtet empor die erfüllte selige Freiheit des Geistes. Das ist das Wesen der Schönheit; Alles muß endlich Poesie werden. Wer von ihrem Hauch ergriffen nnd begeistert ist, heute noch Kämpfer, bald wird er Priester sein. Noch müssen wir arbeiten am Tempelban, in einer Hand das Baugeräth, in der anderen das Schwert, jeder ans seine Weise. — Wenn Sie, lieber Freund, in dieser Befreinngsthat einen Augenblick rasten, so lassen Sie mich Ihnen aus der Ferne herzlichst die Hand drücken. Gedenken Sie meiner in Liebe. Bei meiner Rückkehr aus Italien. Frankfurt am 28. August 1840. Moriz Carriere. VIII. (Aus dem Fl'auZösischen übersetzt). Bei jenem schönen und glänzenden Empfang, womit die Frankfurter Israeliten mich ehrten und an den ich bis an mein Lebensende denken werde, hat mir die Vergesellschaftung meines Namens mit dem von Riesser am meisten geschmeichelt. Schon bei dem Feste, welches zu Ehren dieses beredten Verteidigers der jüdischen Sache veranstaltet wurde, ertönte der Name Crömieux neben dem seinigen und unsere beiden Namen wurden genannt und vermengt bei dem Mahle, das mir gegeben ward. Ein Bündnis, das unter so schönen Vorbedeutungen geschlossen ish bleibt unlöslich. Es erweckt das in mir ein erhebendes Gefühl; und wenn die hohe Ehre mir einerseits größere Pflichten anferlegt, so flößt sie mir anderseits berechtigten Stolz ein. Paris den 5. Februar 1841. Ad. Crömieux. Wonatsschau Am 14. Mai fand auf den: Friedhofe der israelischen Gemeinde in Frankfurt a. M. die feierliche Uebergabe des Grabdenkmals des sel. Herrn Rabbiners Dr. Uehrmias Srüll durch dessen Freunde an die Familie statt. Es wurde aus diesem Anlasse zur ehrenden Erinnerung an den großen Toten von den Herren Dr. jur. I. Blau, Max Wertheimer und Dr. Adolf Brüll Reden gehalten, die in diesen Blättern demnächst zum Abdruck gelangen werden. — Unter dem Titel „Licht und Treue" hat der Synagogenrat in Karlsruhe die Abschiedspredigt, die Herr Rabbiner Dr. Adolf Schwär; am 18. März 1893 gehalten, im Drucke erscheinen lassen. Herr Dr. Schwarz sagt: Ich bin nicht inüde geworden, immer wieder den Unterschied zwischen den die Offenbarungslehre verkörpernden Gottesgeboten und den durch das Herkommen geweihten Sitten und Bräuchen, zwischen der ewigen Wahrheit und dem durch die historische Entwicklung Entstandenen mit besonderem Nachdruck hervorzuheben. Ich habe mich nicht gescheut das dürr und welk gewordene, wie das völlig Abgestorbene, m.it dem rechten Namen zu bezeichnen. Dabei hat Herr Dr. Schwarz den Freimut gehabt, die Reformsucht als eine gefährliche Modekrankheit zu kennzeichnen und zu brandmarken, denn sagt er: weil ich stets die Anschauung vertreten habe, daß wir Juden anstatt fort und fort unsere Religion reformiren zu wollen, uns

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