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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-06-01 · Heft 6 (1.6.1893) · p. Seite 128

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 6 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 (sSkizze einer Sogi!] vorausgeht eine Analyse des Organon von Aristoteles) veröffentlicht und eine Folge dieser wissenschaftlichen Arbeit war seine von uns oben erwähnte Berufung an das Lycee Charlemagne in Paris; aber die Ernennung des im 35. Lebensjahre stehenden Mannes zum Mitglieds der Academie des Sciences morales war eine allgemeine Aufsehen erregende Tatsache. Und Prof. Franck fühlte die ganze Bedeutung seiner Ernennung und wollte dafür danken durch rastlose Arbeit sein ganzes Leben hindurch. Er war Franzose vom Scheitel bis zur Zehe. Geistreich, liebenswürdig und gut, und er war als Jude ernst, in das Wesen der Sache kindringend und bescheiden, wie das Judentum nur die Bescheidenheit als Moses hervorragendste Eigenschaft hervorhebt und dadurch zur Nacheiferung anspornte. Prof. Franck war ein begeisterter Franzose und gleichzeitig ein glaubenstreuer Jude, wie die Vereinignng von Patriotismus mit der Anhänglichkeit zum angestammten Glauben vom Judentum nicht nur nicht verboten, sondern als oberste Pflicht geboten und verkündet ward und wird. Im Jahre 1847 kehrte er nach Paris zurück und hielt an der Sorbonne Vorlesungen über Social-Philosophie, die großes Aufsehen erregten und zahlreiche Zuhörer aus nichtstudentischen Kreisen ihm zuführten, wie überhaupt seine Vorlesungen besonders die zum Beginn eines Semesters nicht nur von Jünglingen und in Amt und Würde stehenden Männern, sondern auch von liebreizenden Damen und würdigen Matronen in gleicher Weise gerne besucht wurden. Denn dem Zauber seines herzgewinnenden Wortes, seinem milde» Blicke konnte man sich nicht leicht entziehen und die Bescheidenheit, die ihn ganz besonders auszeichnete, die eine Folge seiner Selbsterkenntnis war, war der Beweis der wahren Größe des Vortragenden. Vom Jahre 1849—52 vertrat er Barthelemy St. Hilaire, der in Folge der Politik die Lehrkanzel verlassen mußte, am College de France, der Stätte für das freie Wort, und hielt über lateinische und griechische Sprache daselbst Vorlesungen, die sich nicht minderen Beifalls erfreuten, als die über Social- Philosophie. Im Jahre 1851 trat er an Stelle des berühmten Philologen Walkenaer als Adjunct des Bibliothekars an der Bibliotlieque imperiale (Kaiserliche Bibliothek), die gegenwärtig Bibliotlieque nationale heißt. Im Jahre 1854 erhielt er endlich einen Ruf als Professor für Natur- und Völkerrecht an's College de France und drei Jahrzehnte hindurch hielt er daselbst Vorlesungen, die mit stets wachsendem Beifall ausgenommen wurden. Daß die jüdische Großgemeinde in Paris und ganz besonders das Eousistorium einen solchen Mann wie Professor Franck zu seinen Mitgliedern zählen wollte, ist natürlich; daß aber Prof. Franck trotz seiner anstrengenden litterarischen Thätigkeit sich freudig zur Verfügung stellte, um seinen Glaubensgenossen durch das Gewicht seiner Persönlichkeit förderlich zu sein, allen großen Männern des Judentums gleich „hinneni’’ „hier bin ich" sagte, zeugt für dessen wahren Herzensadel. Prof. Franck war nicht nur Vieepräsident des Consistoire isradlite in Paris, er war auch einer der Mitbegründer der Societd des Etudes juives (Gesellschaft der Studien für die Wissenschaft des Judentums), ja er hat trotz der Last von 80 Jahren neben der Würde des Amtes als President de la societe des etudes juives auch deren Bürden getragen, und auch in diesem Vereine, in welchem Männer wie Renan, Maurice Verne und andere hervorragende nichtjüdische Gelehrte Vorträge gehalten, sein belehrendes, begeistertes und begeisterndes Wort über die reinen Lehren des Judentums vernehmen lassen. Im Jahre 1849 erschien seine Schrift Le communisme juge par l’histoire (Der Eommunismus beurteilt von der Geschichte); im Jahre 1851 sein Buch:

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